Startschuss, mit Spannung erwartet

Neue Ära: Noch nie in der Geschichte des Landkreises Vulkaneifel (Landkreis Daun) wurden so viele Parteien und Gruppen in den Kreistag gewählt wie diesmal (sieben), noch nie musste die CDU ohne absolute Mehrheit auskommen und auf der Oppositionsbank Platz nehmen. Heute ist die öffentliche konstituierende Sitzung des neuen Kreistags (15 Uhr, Kreishaus Daun).

Daun. Die Wahl zum neuen Kreistag Vulkaneifel ist von vielen politischen Beobachtern und Vertretern als historisch eingestuft worden. Denn erstmals in der Geschichte des Landkreises gibt es keine absolute CDU-Mehrheit. Zwar sind die Christdemokraten nach wie vor stärkste Fraktion, doch mit 14 von insgesamt 38 Sitzen sind sie weit weg von der Regierungsmehrheit. Mehr noch: So wie es aussieht, werden die Damen und Herren um den alten wie neuen Fraktionsvorsitzenden Herbert Schneiders des Öfteren auf der harten Oppositionsbank Platz nehmen müssen. Einen Vorgeschmack darauf wird es bereits heute geben, wenn die Beigeordneten gewählt werden. Denn die Kreistagsmitglieder von SPD (8), FWG (5), BUV (5), FDP (4) und Grüne (1) haben sich in mehreren Sitzungen getroffen und auf einen gemeinsamen Kurs geeinigt - zunächst nur in der Beigeordnetenfrage. Und da sie über 23 von 38 Sitzen verfügen, gilt es als ausgemacht, dass Astrid Schmitt (SPD) zur ersten, Karin Pinn (FWG) zur zweiten und Ewald Wollwert (BUV) zum dritten Beigeordneten gewählt werden.

FWG-Spitzenfrau Pinn sagt: "Ganz ungeübt in der Zusammenarbeit sind wir nicht, im vergangenen Jahr haben wir ja bereits erfolgreich durch das gemeinsam initiierte Bürgerbegehren die Erhaltung der Kreissparkasse Vulkaneifel erreicht." Und die wurde ja bekanntlich von der CDU in die Wege geleitet. Vor allem aus diesem Grund wurde die CDU bei der Kommunalwahl am 7. Juni abgestraft. Zur Erinnerung die wichtigsten Fakten und Zahlen: Sie erzielte nur noch knapp 36 Prozent. Das waren 19 Prozent weniger als 2004. In Sitzen ausgedrükt: anstatt 21 nur noch 14 - also minus sieben.

Auch über die Beigeordetenfrage hinaus wird eine dauerhafte Front gegen die CDU nicht ausgeschlossen. Laut Pinn haben sich besagte fünf Gruppierungen bereiterklärt, künftig auch bei Sachthemen zusammenzuarbeiten. Pinn: "Es ist beabsichtigt, auch künftig in gemeinsamen Sitzungen zu diskutieren und gegebenenfalls gemeinsam Anträge auf den Weg zu bringen." Außen vor bleibt nach aktuellem Sachstand aber nicht nur die CDU, sondern auch der Vertreter der Linken, Uli Meyer. Nach fünfjähriger Abstinenz (zuvor saß er 15 Jahre für die Grünen im Kreistag) wird vor allem seine Wiederkehr von vielen mit Spannung erwartet. Ebenso gespannt sind viele auf das erstmalige Auftreten der erst kurz vor der Wahl gegründeten Bürgerunion Vulkaneifel (BUV) um den Dauner Unternehmer Peter Lepper. Anders als viele politische Beobachter erwartet Helmut Klassmann, Büroleiter der Kreisverwaltung, keinen besonders hohen Besucherandrang zur heutigen Sitzung. Er sagte dem TV: "Ich denke, dass es nicht so spannend werden wird. Die 30 Zuschauerplätze, die wir haben, werden sicherlich reichen."

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