Stein des Antoßes bleibt im Verborgenen

Stein des Antoßes bleibt im Verborgenen

Aufatmen beim SV Gerolstein: Die Tiefbauarbeiten für das neue Kunstrasen-Kleinspielfeld am Sportplatz in Gerolstein haben begonnen - und die Arbeiter sind, anders als vermutet, nicht auf Fels gestoßen. Das dürfte gut für die Kostenentwicklung und den Zeitplan sein. Ende Oktober soll der Platz eingeweiht werden.

Gerolstein. In einer Mulde liegen die großen Wacken und Felsbrocken, auf die Arbeiter der Firma Kordel beim Abtragen der Erdschicht für das neue Kunstrasen-Kleinspielfeld am Sportplatz in Gerolstein gestoßen sind. Es sind gerade einmal drei Schubkarren voll. Damit haben sich die Voruntersuchungen, die auf felsigen Untergrund und somit teure und zeitaufwändige Tiefbauarbeiten haben schließen lassen, nicht bewahrheitet. Und darüber sind alle Beteiligten froh, allen voran SV-Vorsitzender Georg Linnerth: "Ich war extra da und mir war etwas bange. Aber es läuft zum Glück wie gewünscht, wenn auch nicht unbedingt wie erwartet." Somit ist nicht mit weiteren Komplikationen und Verzögerungen zu rechnen.
Streit ums Geld


Die Tiefbauarbeiten, die so schon deutlich teurer wurden, als veranschlagt, haben bereits für viele Diskussion und auch Streit gesorgt - unter anderem im Verbandsgemeinderat. Die CDU-Fraktion, die mehrere Ortsbürgermeister vertritt, wollte nicht weitere 15 000 Euro zum Stopfen der Finanzierungslücke bereitstellen, sondern nur 5000 Euro. Sie scheiterte aber gegen die Mehrheit von SPD, FWG, Grünen, BUV, FDP und auch Bürgermeister Matthias Pauly (CDU). Letztlich hatte der VG-Rat mit elf zu zehn Stimmen bei einer Enthaltung dafür gestimmt, zu den bereits zugesagten 10 000 Euro weitere 15 000 Euro bereitzustellen (siehe Extra).
Nun aber ist der Streit beigelegt, und die Arbeiten gehen zügig voran. Bauarbeiter Thomas Duckart hat mit einer Spezialmaschine, die mit einem großen Schild und Lasermesstechnik bestückt ist, den Boden des 40 x 20 Meter großen Feldes bis zu 15 Zentimeter abgetragen - je nach Beschaffenheit und Gefälle des Geländes hier mehr, dort weniger. Duckhart berichtet: "Ich bin viermal über das Feld gefahren, es ging alles relativ reibungslos." Dabei hat er Gras und Erdschichten Stück für Stück abgetragen - und eben die drei Schubkarren Gestein zutage gefördert.
Bei komplett felsigem Untergrund hätte zusätzlich ein (eventuell mit Presslufthammer ausgestatteter) Bagger eingesetzt werden müssen. Anschließend wurde die Fläche gewalzt und nochmals fein abgetragen. Im Anschluss wurden Gräben ausgebaggert, darin die Drainagerohre verlegt, alles mit grobem Lavagestein verfüllt und zum Schluss das gesamte Feld mit einer Feinschicht Lava überzogen. "Darauf wird dann in mehreren Arbeitsschritten der Kunstrasenbelag aufgebaut", sagt Duckhart. Zudem werden die Randbereiche neu gestaltet, die vier Meter hohe Ballfangzaun-Anlage installiert und ein gepflasterte Weg gebaut. Letzterer soll mit Sponsorengeld finanziert werden, das der SV eintreiben will. SV-Vorsitzender Linnerth sagt: "Wir haben noch ein paar Anfragen laufen, aber das wird klappen." Das ist laut Linnerth dann der Eigenleistungsbeitrag über 5000 Euro, den der Verein laut Vereinbarung mit der VG aufzubringen hat. Weitergehenden Forderungen in diese Richtung, die vor allem von der CDU an den SV herangetragen wurden, erteilt er eine Absage.
Öffentliche Sportanlage


Er begründet: "Wir sorgen bereits für die Betreuung und Unterhaltung dieser öffentlichen Sportanlage, da haben wir erstens permanente Kosten von 800 bis 900 Euro im Jahr, zweitens mehr als genug zu tun." Schließlich wird der Platz nicht nur dem Verein und den Schulen zur Verfügung stehen, sondern auch Kindern und Jugendlichen, die keinem Verein angehören. "Das wird eine tolle Anlage und enorme Bereicherung für Gerolstein", schwärmt Linnerth, der bereits ein großes Einweihungsfest plant - vermutlich für Ende Oktober.
Extra

Finanzen: Die Kosten setzen sich so zusammen: Bau des Kleinspielfelds samt Einzäunung: 66 000 Euro. Tiefbauarbeiten: 37 500 Euro. Macht zusammen. 103 500 Euro. Finanziert wird das Vorhaben so: Zuschuss Fußballverband Rheinland (20 000 Euro), Landeszuschuss (16 000 Euro), Beteiligung Stadt Gerolstein (25 000 Euro), Beteiligung Verbandsgemeinde Gerolstein (25 000 Euro), Eigenanteil SV Gerolstein (5000 Euro). Macht 91 000 Euro. Die Lücke von 12 500 Euro will der SV Gerolstein darüber hinaus durch Sponsorengeld schließen. Zeitplan: Durch die Finanzierungsprobleme hat sich der Bau des Kleinspielfelds, der ursprünglich im Juli hätte starten sollen, verzögert. Im Sommer wurde ein weiteres Angebot für die Tiefbauarbeiten eingeholt, das laut Linnerth aber deutlich teurer war. danach wurde der Auftrag an die Firma Cordel vergeben. Die hat nach den eigenen Betriebsferien dann Ende August mit dem Bau des Platzes begonnen. Ende Oktober soll Einweihung sein. mh