Steinmetz im Unruhestand

Steinmetz im Unruhestand

Der Neubau der K 59 durch Niederehe ist abgeschlossen. Nun entsteht am Ortseingang ein ganz besonderes Buswartehäuschen.

Niederehe Das gefällt (nicht nur) Ortsvorsteher Horst Wirtz: In der Gemeinde Niderehe mit ihren 400 Einwohnern gibt es ein Dutzend aktiver Rentner, ohne deren Einsatz viele Arbeiten an öffentlichen Einrichtungen liegen blieben. Nun hat einer dieser Rentner eine ganz besondere Aufgabe übernommen. Es ist Wolfgang Spindler, der vor knapp 50 Jahren aus Hessen als Steinmetz an das damalige Marmorwerk Müller (heute Mauer und Kantner) nach Niederehe kam. "Er bringt sein berufliches Können für die Gemeinde und die Gemeinschaft ein", erklärt Ortsvorsteher Wirtz mit Blick darauf, dass Spindler in den zurückliegenden zwei Wochen bereits um die 40 Stunden unentgeltlich an dem neuen Buswartehäuschen am Ortseingang aus Richtung Nohn gearbeitet hat. Und bis Ende Oktober möchte er das Werk abschließen.
"Die Kunst, eine so schöne Bruchsteinmauer zu bauen, beherrschen nicht viele", meint Horst Wirtz. Die Bruchsteine stammen aus dem Zementwerk Ahütte und wurden der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt.
Ursprünglich sollte ein Wartehäuschen aus Glas angeschafft werden. "Da könnten wir doch etwas viel besser Passendes hinsetzen", habe Wolfgang Spindler eingewandt, erinnert sich Wirtz. Der Steinmetz im Ruhestand zeichnete eine Skizze, und alle Beteiligten waren begeistert von dem Entwurf mit den prägenden Elementen Bruchstein, Holz und Naturschiefer, und Spindler machte sich an die Arbeit - mit seinem jahrzehntealten Werkzeug, darunter ein sogenanntes Sprengeisen.
"Es ist stumpf und muss dringend neu geschmiedet werden", sagt er.
Ein Schmied, der diese Kunst noch beherrscht, möge sich doch bei Ortsvorsteher Horst Wirtz melden unter der Telefonnummer 02696/1371.