Sternekoch Stefan Kessler im Gespräch

Gastronomie : „Ich würde mir zu Hause niemals eine Auster machen“

Stefan Kessler hat seine Ausbildung 2012 abgeschlossen und ist danach direkt zum Gourmet-Restaurant Graf Leopold gewechselt. Bereits fünf Jahre später, Anfang 2017, ist er Küchenchef des Dauner Sterne-Lokals geworden. Der Koch stammt aus Lasel im Eifelkreis Bitburg-Prüm und wohnt heute mit seiner Familie im Stadtteil Daun-Boverath.

Stefan Kessler hat seine Ausbildung 2012 abgeschlossen und ist danach direkt zum Gourmet-Restaurant Graf Leopold gewechselt. Bereits fünf Jahre später, Anfang 2017, ist er Küchenchef des Dauner Sterne-Lokals geworden. Der Koch stammt aus Lasel im Eifelkreis Bitburg-Prüm und wohnt heute mit seiner Familie im Stadtteil Daun-Boverath.

Im Interview mit dem TV erzählt er, woher er seine Ideen nimmt und warum er für seinen Betrieb schon einmal eine Fichte beim Förster bestellt hat.

Wer kocht bei Ihnen zu Hause?

STEFAN KESSLER: Häufig macht das meine Frau. Sie kocht dann ganz normale Dinge wie Spaghetti. Ich stehe ja schon den ganzen Tag in der Küche.

Also gibt es privat keine Gourmet-Gerichte?

KESSLER: Ich würde mir zu Hause niemals eine Auster machen. Dafür esse ich manchmal gerne eine Currywurst.

Warum haben Sie sich für die gehobenere Küche entschieden?

KESSLER: Ich mag die Produktvielfalt, die verschiedenen Arbeitstechniken und Garmethoden. Außerdem kann man sehr kreativ sein. Sellerie bleibt Sellerie und Spargel bleibt Spargel. Dennoch kann man sie ganz unterschiedlich zubereiten. Ich schätze die Freiheit, mit Texturen und Aromen zu spielen.

Woher nehmen Sie denn Ihre
Ideen?

KESSLER: Das ist ganz unterschiedlich. Mich inspirieren neue Produzenten und Produkte, die nur selten genutzt werden. Ich kenne zum Beispiel viele Jäger, die mir frisches Wildfleisch und auch mal ein ganzes Stück Reh liefern.
Auch die Natur und die Umgebung hier bringen mich auf Ideen. Einmal kam mir der Einfall, ein Dessert mit Fichten zu machen.

Kann man die essen?

KESSLER: Ja, wir haben selbst Fichtensprossen gesammelt und sie dann weiterverarbeitet. Außerdem wollten wir noch Mehl aus dem Bast herstellen. Ich habe dann beim Förster in Daun angerufen und gesagt ‚Ich bräuchte eine Fichte’. Da hat er natürlich erst einmal verwundert reagiert.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

KESSLER: Gemeinsam mit meinem Team möchte ich den Stern auf alle Fälle verteidigen.
Ansonsten fühle ich mich in der Eifel sehr wohl und würde hier auch gerne bleiben.

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