Sternenfieber im kleinen Eifeldorf

Sternenfieber im kleinen Eifeldorf

Ein echter Astronaut in Kerpen, das zog so viele Gäste an, dass der eigentliche Veranstaltungsort zu klein wurde. Thomas Reiter war 142 Tage im Weltall an Bord der Internationalen Raumstation ISS und absolvierte sogar mehrere Außeneinsätze im Orbit. Davon und anderen Begebenheiten erzählte er bei seiner Stippvisite in Kerpen.

Kerpen. (HG) Raumschiff Enterprise-Musik erklang, und für jeden Gast gab es Astronautennahrung und ein spezielles Getränk mit dem Namen Astronaut: Im kleinen Eifeldorf Kerpen herrschte Sternenfieber, als der Astronaut Thomas Reiter auf Einladung von Thea Greif, Chefin des Kleinen Landcafés, einen Vortrag hielt.

Die "kleine Sensation", dass ein leibhaftiger Astronaut nach Kerpen kommt, hat einen freundschaftlichen Hintergrund: Greif kennt Reiter schon seit 28 Jahren privat.

Das Interesse an dem Astronauten, der zwar "nur" der achte Deutsche im All war, aber mit seinem Aufenthalt von 142 Tagen an Bord der Internationalen Raumstation ISS einen Rekord für westliche Astronauten im All aufstellte, war so groß, dass der ursprüngliche Veranstaltungsort, das "Kleine Landcafé" mit seinen 50 Plätzen nicht mehr ausreichte. 170 Gäste waren es schließlich, die im Gemeindehaus in Kerpen eine Raumfahrt-Kulisse mit Sternen und von den Jugendlichen und Kindergartenkindern gemalten Weltraumbildern vorfanden.

Der 52- jährige Thomas Reiter, ehemaliger Jet-Pilot, von der Bundeswehr mit dem Titel Brigadegeneral geehrt, Bundesverdienstmedaillenträger und heute im Vorstand des Deutschen Zen-trums für Luft- und Raumfahrt (DLR), war mit seiner Frau Consuela aus Oldenburg gekommen und nahm sich viel Zeit für seinen Vortrag. "Ich bin begeistert, dass das Thema Raumfahrt soviel Interesse bei ihnen weckt", freute sich Reiter über die vielen Gäste.

Der Grund dafür, so Reiter, sei die Neugier im Menschen sowie die Frage: Was ist da draußen? Thomas Reiter durfte zumindest einen Blick in die Geheimnisse des Weltraums werfen. Seine Außenbordeinsätze ("näher kann man dem Weltraum nicht kommen") und das Gefühl in der Raumstation faszinierten ihn.

"Der Blick von da oben in über 400 Kilometern Höhe auf die Erde ist unglaublich. Wenn man mit einer Geschwindigkeit von 28 000 Stundenkilometer die Kontinente unter sich vorbeiziehen sieht, dann ist das so weit jenseits von unserem Horizont, dass man am nächsten Morgen meint, alles wäre nur ein Traum gewesen."

Reiter berichtete vom Alltag an Bord der Raumstation, damit "dort der Laden läuft", den vielen Experimenten, die gemacht werden, den Vorteilen für die Menschen durch die Raumfahrt. Er erzählte vom Alltagsleben in der Station und bekommt am Ende des Vortrages neben anderen Fragen auch die Frage aller Fragen gestellt: wie das nämlich sei mit der Toilette.

Reiter scheut sich nicht vor einer genauen Beschreibung und erklärt zum Schluss augenzwinkernd: "Also, wenn Sie das nächste Mal eine Sternschnuppe sehen - es ist nicht alles Gold, was glänzt." no/col

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