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Stiftung sorgt für Erhalt der Maarlandschaft

Stiftung sorgt für Erhalt der Maarlandschaft

Ein Haus direkt am Maar - diesen Traum haben sich der ehemalige FDP-Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs und seine Frau Erika vor zehn Jahren erfüllt. Mit dem Ziel, die Landschaft zu erhalten, haben sie kurz darauf die "Stiftung Schalkenmehrener Maar(e)" gegründet. Am 24. September feiert sie Jubiläum.

Schalkenmehren/Mainz. "Davon mussten wir einfach etwas zurückgeben", sagen Erika und Hans Friderichs beim Blick aus ihrem Wohnzimmerfenster, vor dem Maar und Landschaft wie gemalt liegen. 1996 hätten sie sich bei einem Ferienaufenthalt in Schalkenmehren zu dem Kauf des Hauses aus den 50er Jahren entschlossen, erzählt das Ehepaar. Der aus Wittlich stammende Hans Friderichs (78) war von 1972 bis 1977 Bundesminister für Wirtschaft und von 1977 bis ´1985 in den Vorstand der Dresdner Bank. Nun ist er im "Unruhestand", bekleidet zahlreiche Ehrenämter und freut sich über seinen idyllischen Wohnort am Maar.

Die Nähe zum Wasser sei wunderbar. "Denn ich bin ein verhinderter Fisch", sagt Erika Friderichs und lacht. Viele Wochenenden übers Jahr und die Sommermonate Juli und August verbrächten sie nun in Schalkenmehren - zuweilen zu zweit, häufig mit Familie oder Freunden.

Als Erika und Hans Friderichs das Haus kauften, gehörte die Landwirtschaft in Schalkenmehren bereits der Vergangenheit an. An den Maarhängen wucherten Schlehen, Haselnussbüsche und Adlerfarn, im Trockenmaar machten sich Weiden breit auf Kosten von Schilfröhricht und damit von brütenden Vögeln.

Es habe einen Maßnahmenplan des Landes Rheinland-Pfalz gegeben, seine Umsetzung sei aber schleppend gewesen, berichten Erika und Hans Friderichs.

Da hätten sie mit Mitstreitern aus dem Freundeskreis und dem Dorf selbst einen Einsatz gestartet. Vor zehn Jahren gründeten sie eine Stiftung. In deren Satzung versprachen sie, einen Beitrag leisten zu wollen, "die durch Vulkanismus ausgeformte Landschaft der Eifel mit den vier Maaren wegen ihrer geologischen Bedeutung, ihrer Einmaligkeit und hervorragenden Schönheit zu erhalten".

Heute gibt es wieder Magerrasen und -wiesen auf den Kuppen und Hanglagen, auf denen Schafen und Ziegen weiden. Im Maarkessel findet man Streuobstwiesen mit ihrer Artenvielfalt. Auch an Wegrändern wurden Obstbäume gepflanzt, alte Apfelsorten, Birnen und Wildkirschen. Die Bäume werden regelmäßig geschnitten, die Flächen nachgepflegt. Es finden Aktionen mit Schalkenmehrener Bürgern statt und in Zusammenarbeit mit der Dauner Ortsgruppe des Naturschutzbunds Deutschland und dem Kreisjugendamt.

Ein Glücksfall sei die Unterstützung durch Gerd Ostermann, Biotopbetreuer der Kreisverwaltung Vulkaneifel, betonen Erika und Hans Friderichs, die "dieser zauberhaften Ecke der Erde" eine Menge zurückgegeben haben von ihrem Glück, hier einen Teil ihres Lebens verbringen zu dürfen.

Enttäuschungen, Rückschlage, Probleme? Die beiden schauen sich an und schütteln den Kopf. "Keine", sagen sie und erzählen von dem Mann aus Daun, der regelmäßig als Jogger zum Maar kommt und ihnen kürzlich zugerufen hat: "Danke, dass Sie das hier so schön machen."

Das Jubiläum "Zehn Jahre Stiftung Schalkenmehrener Maar(e)" wird am Freitag, 24. September, um 17 Uhr, in der Alten Schule Schalkenmehren gefeiert. Info: Hans Friderichs, Kappelhofgasse 2, 55116 Mainz, Telefon 06131/288400, E-Mail: info@dr.friderichs.de.