Stimmen zur Neugestaltung rund ums Kriegerdenkmal

Stimmen zur Neugestaltung rund ums Kriegerdenkmal

Die geplante Umgestaltung des Kirchenvorplatzes stößt bei den Birresbornern auf geteilte Meinungen. Einige freuen sich über die Integration des Kriegerdenkmals, andere befürchten dessen Entweihung.

Günther Renells Augen suchen eine der Gedenktafeln am Birresborner Kriegerdenkmal ab. Er blickt auf die Namen von Vater und Onkel, die beide in Russland gefallen sind. Seine Oma hat dafür bezahlt, dass ihre Namen auf diesen Tafeln stehen. Renell würde es gut finden, wenn das Denkmal mit zum Dorfmittelpunkt gehörte. "Mich würde das nicht stören, da der Tod Bestandteil des Lebens ist. Es wäre schön, wenn sich ältere Leute hier hinsetzen könnten und auch ein Kiesweg würde mir gefallen", sagt er.

Auch die Inhaber und Direktanlieger Martina Blasius vom gleichnamigen Café und Michael Wirtz vom Werbe- und Printmedienservice sprechen sich für die Umgestaltung aus. Martina Blasius blickt von ihrer Theke direkt auf das Denkmal und kann die Besucher beobachten. "Im Moment traut sich da keiner hin. Früher hat wenigstens noch ein Kiesweg hingeführt." Die Kosten sieht sie nicht als Hauptproblem. "Mit den Fördergeldern müssten wir das finanziell schultern können", sagt Blasius. "In 20 Jahren braucht man nicht mehr nach solch einem Projekt fragen. Dann ist keiner mehr da, den es interessiert", ergänzt Wirtz.

Anlieger wie Alfred Weinand, Geschäftsleiter der Provinzial, sehen das anders. Er hält es für unangemessen, dass sich direkt neben einer Erinnerungsstätte viele Leute aufhalten. "Ich sehe das als Entweihung." Auch die Kosten kritisiert er: "Wir bezahlen jetzt Zinsen und unsere Enkel werden Schulden haben." Zudem kritisiert er, dass nicht alle Bürger miteinbezogen würden. jur