Stramme Waden auf Maskottchensuche

GEROLSTEIN. Die Radsport-Euphorie in der Brunnenstadt steigt. Neuer Höhepunkt: Der erste Fanclub des Profiteams Gerolsteiner, der "Jirrelsteener Kreisel", ist gegründet. Die Mitgliederzahl hat sich schon verdoppelt. Aktionen für Jedermann, nicht nur während der Tour de France, sind geplant.

Acht Jahre nach der Gründung des Profiteams Gerolsteiner mausert sich die Brunnenstadt zum Radsport-Mekka. Das Tourfestival vor zwei Wochen war ein "Puzzle-Stein". Der "Jirrelsteener Kreisel" ist ein weiterer. Die Mitglieder des Fanclubs meinen unisono: "Wir fühlen uns dem Team Gerolsteiner schon lange verbunden und nicht erst seit Gründung des Fanclubs im Januar." Deshalb komme auch kein anderes Motto als "Allez les bleus" (Die Cyan-Blauen voran) in Frage.Gelungener Internet-Auftritt

Elf radsportbegeisterte Männer trafen sich am 6. Januar zur Gründung des Clubs. Mittlerweile zählt der "Jirrelsteener Kreisel" schon 23 Mitglieder, einschließlich drei Frauen, zwei Kindern und zwei "Auswärtigen aus Wolsfeld und Konz-Könen". Ehrensache, dass die Fans stets im Team-Trikot unterwegs sind. Eine Fahne und Luftballons mit Club-Logo gibt es auch schon, aber noch kein Maskottchen. "Der zweijährige Noah ist noch unser Maskottchen", erzählen die stolzen Großväter Willi Wagner und Gerd Clemens. Der Steppke posiert in voller Gerolsteiner Montur beim Foto-Termin. Klar, dass kein anderer Platz als der Kreisel Sarresdorfer-/Lindenstraße dafür in Frage kommt. Die Rad-Skulptur, der Kreisel und Jirrelsteen für Gerolstein spiegeln sich im Namen des Fanclubs wider. Die Anhänger favorisieren keinen der 25 Profis. Paul Schares aus Wolsfeld meint: "Team ist Team. Das gibt es keine Favoriten wie beim Fußball." Überhaupt gewinnen die Mitglieder vom "Jirrelsteener Kreisel" dem Radsport mehr ab als Fußball. Frank Kill sagt: "Sie bringen Leistung für weniger Geld und es gibt keine Gewalt im Umfeld wie etwa Ausschreitungen mit Hooligans." Völlig gewaltfrei sind auch die Gerolsteiner Fans unterwegs. Den Klassiker Lüttich-Bastogne haben sie ebenso besucht wie die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt. Auch die Tour de France steht auf dem Programm. Der Vorsitzende Dieter Schneider erklärt: "Am 3. Juli sind wir garantiert in Esch-sur-Alzette." Peter Mertes ergänzt: "Und fast alle fahren zur schweren Bergetappe nach Alpe d`Huez." Transparente und die Vereinsfahne des Gerolsteiner Fanclubs gehen dann wahrscheinlich weltweit über die Bildschirme. Ihr sehr gut gelungener Internetauftritt hat schon die Welt erobert. Mit derzeit täglich 45 Besuchern findet die Anfang März freigeschaltete Internetseite immer mehr Zuspruch. Das wird sich während der Tour noch steigern. Schneider erklärt: "Wir sind mit allen Gerolsteiner-Fahrern ständig im E-Mail-Kontakt. Und so können wir täglich brandaktuelle Infos auf unsere Internetseite stellen." Doch auch fürs heimische Publikum hat der Fanclub schon Aktionen geplant. Mertes erklärt: "Es bietet sich an, was für Kinder zu tun. Das Gelände für einen Parcours haben wir uns schon angesehen." Außerdem treffen sich viele Mitglieder des Jirrelsteener Kreisel mittwochs um 18.30 Uhr zum Radfahren im Gerolsteiner Land. "Touristen oder einheimische Radfahrer können sich gerne anschließen. Das läuft auf reinem Hobby-Niveau", wirbt Mertes. "Der Spaß kommt bei uns nämlich auch nicht zu kurz", sagt Toni Hockelmann, mit 66 Jahren momentan ältestes Mitglied. Frotzeleien wie Gerrix alias Gerhard Klaeren habe "schönere Waden als manche Frau" oder Wilfried Behrend heiße "Dicka", weil er wegen den kräftigen Oberschenkeln der beste Radfahrer im Fanclub sei, gehören zu jedem Treffen. Übrigens: Für den Stammtisch sucht der Club noch ein Vereinslokal. Weitere Informationen zum Fanclub unter www.jirrelsteener-kreisel.de