Strampeln mit und ohne Motor
Daun/Plein · Am ersten Radaktionstag auf dem Maare-Mosel-Radweg hatten vor allem die Kinder ihren Spaß: Fünf Orte entlang der Strecke hatten ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.
Daun/Plein. Der Parkplatz am Dauner Bahnhof ist trotz des trüben Wetters fast voll. Es ist schon der Maare-Mosel-Radweg an sich, der am letzten Tag im Juli trotz empfindlicher Kühle (das Thermometer zeigt weniger als zwölf Grad) die Radfahrfreunde in die Eifel lockt. Die Gruppe Radfahrer aus dem hessischen Kriftel, die sich vor dem Portal des Tunnels "Großes Schlitzohr" auf einem Foto verewigen lässt, wäre aber auch ohne den Radaktionstag "Sattelfest" gekommen.
Doch diesmal radeln auch einige, die sonst etwas anderes unternommen hätten. So wie Isolde und Hartwig Noth: "Wir haben gelesen, dass dieser Aktionstag ist, und deshalb sind wir mit unserem Enkel hier."
Zuerst steuert das Dauner Rentner-Ehepaar mit Enkel Paul den ehemaligen Schalkenmehrener Bahnhof an. Dort haben Aaron und Christopher Mölder den Fahrrad-Hindernis-Parcours bereits ausgiebig getestet. "Im Kreis zu fahren, ohne ein Hütchen umzufahren, ist ganz schön schwierig. Ich glaube, das schaffe ich nicht", sagt Aaron - um gleich darauf eine fehlerfreie Runde zu absolvieren. Wie beim Hindernis-Parcours gibt es auch bei der "perfekten Minute" etwas zu gewinnen. Beispielsweise muss ein Tischtennisball von Glas zu Glas gepustet oder ein Turm aus Äpfeln gebaut werden. "Es sieht einfach aus", sagt Brigitte Krebs. "Die Kinder können das meist besser als Erwachsene", ergänzt Renate Bauer.
Einige Kilometer weiter in Gillenfeld bekommt der Nachwuchs von Oliver Umbach Fahrradfahrtechnik erklärt. "Es geht hauptsächlich darum, dass sich die Kinder sicherer auf dem Rad fühlen", sagt der junge Mann aus Daun und schärft seinen Schützlingen ein: "Hinterrad beim Bremsen nicht blockieren! Dann verliert ihr die Kontrolle!"
Für die Jüngsten gibt es in Eckfeld noch ein Bobbycar-Rennen, dann wird es ruhig am Maare-Mosel-Radweg. Erst am ehemaligen Pleiner Bahnhof, offiziell Endstation des vom Routen-Team des Maare-Mosel-Radwegs (Zusammenschluss von Gastronomen am Radweg) organisierten Aktionstags, befindet sich wieder ein Informationsstand zu Elektrofahrrädern, wie schon in Daun und Gillenfeld.
"Ich bin ja nicht ungeübt. Ich fahre täglich 30 Kilometer. Aber wenn ich in meinem Alter mit 20 Stundenkilometern eine Steigung hinauffahre, dann ist das schon toll", erzählt Rentner Karl-Josef Benner aus Greimerath. Was ihn allerdings abschrecke, sei der hohe Preis von knapp 2000 Euro. Trotzdem seien die "E-Bikes" der Renner, sagt Rainer Nöllen von Fun-Bike Daun. Selbst treten muss man aber noch. E-Bikes seien so ausgelegt, dass sie nur unterstützen. Aber ganz so warm wie auf einem konventionellen Fahrrad wird einem auf einem solchen E-Bike an diesem kühlen Juli-Sonntag nicht.Viele mögen spotten, Elektrofahrräder seien doch nur etwas für Rentner, aber ausprobieren sollte man sie doch. Also die Chance beim Maare-Mosel-Radaktionstag "Sattelfest" genutzt und rauf aufs E-Bike. Es fällt auf, dass man den Elektroantrieb kaum hört und eigentlich nicht bemerkt. Es fährt sich einfach leicht. Man tritt so schnell, wie man will, schaltet und bremst wie gewohnt. Nur jeder noch so steile Anstieg wird plötzlich zum Hügel, den man - wie von Geisterhand geschoben - butterweich hochfährt. teu