Streifzug durch die Geschichte des Kinos in Hillesheim

Heimatgeschichte : Eine Art Familientreffen

Großer Bahnhof: Die Familie Runge hat den 75. Geburtstag der Eifel-Filmbühne mit einem musikalisch begleiteten Streifzug durch die Geschichte des Kinos gefeiert.

(bb) Hatte soeben zum Ausklang des Festaktes der Schauspieler und Hörspielsprecher Wolf Aniol (Bonn) bei der Lesung des Till-Raether-Textes „Über die Liebe zum Kino“ das Publikum noch beschworen: „Im Kino wird nicht gesprochen“, sind die Gäste und Freunde der Eifel-Filmbühne nun nicht mehr zu halten. „So ein gelungener Abend“, „So eine tolle Familie“ und „Wie gut, dass es weitergeht“. So und ähnlich lautet der Tenor ihrer Gespräche beim Hinausgehen - ohne Not ausnahmsweise durch den Notausgang, wo im Freien und in einem Zelt das Feiern fortgesetzt wird.

Die Erzählungen der Kinochefin Christine Runge (der Trierische Volksfreund berichtete); die Laudatio von Astrid Schmidt, Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtags; Szenen aus dem Film „Ende einer Vorstellung“ von Annelie Runge, einer Tochter des Kinogründer-Ehepaares Hans und Maria Runge; filmische Bekenntnisse zum Kino von Prominenten; Ausschnitte aus alten Heimatfilmen und neuen Kinderfilmen; historische Werbedias; die Erinnerungen von Hanna Runge, der ältesten Tochter des heutigen Betreiber-Ehepaares Günter und Christine Runge; die musikalische Begleitung durch die Band „SchmitzBackes & Co (Densborn): Aus diesen Zutaten hatte die Familie Runge den absolut geglückten Cocktail zum Jubiläum des Kinos gemixt.

Astrid Schmidt lobte die Familie für ihr Konzept eines Programmkinos. „Ihr zeigt Filme, die ihr auch selbst sehen wollt, und nicht die, die dem gängigen Mainstream entsprechen“, sagte sie. Und zitierte Christine Runges Motto: „Wir machen Kino in der Provinz, aber kein Provinzkino“ und ihren Dauerbrenner-Satz aus dem Monatsprogramm (seit Dezember 1991) „Bleiben Sie neugierig!“ Sie bezeichnete die Eifel-Filmbühne als „Kulturort“ und das Jubiläum als „eine Art Familientreffen“. Und wünschte nach einem Wort des großen Regisseurs Steven Spielberg: „dass wir noch viele Jahre die Chance haben, im Hillesheimer Kino ‚unser eigenes Leben für ein paar Stunden verlassen’ können“.