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Streit um Deponie in Strohn beigelegt

Kommunalpolitik : Streit beigelegt: Deponie-Plan für Strohn ist nun endgültig ad acta gelegt

Planungssicherheit fürs Unternehmen, weiter Einnahmen aus der Grube für den Ort: Mit einem neuen Vertrag setzen die Gemeinde und die Firma Scherer ihre bereits seit Jahrzehnten bestehende Partnerschaft fort.

Lange schienen die Positionen zwischen der Gemeinde Strohn und der Firma Scherer, die die Grube im Ort seit vielen Jahren betreibt (siehe Info), unüberbrückbar. Als sich aber 2018 die Chance ergab, wieder ins Gespräch zu kommen, wurde sie genutzt. Mit dem Ergebnis: Der Gemeinderat und die  Firma Scherer haben sich darauf verständigt, dass das Unternehmen seinen Plan, in der Lavagrube eine Deponie (für belasteten Abfall wie Erdaushub, Bauschutt und Abfälle aus dem Straßenbau) einzurichten, aufgibt.

Die grundsätzliche Bereitschaft dazu war im September vergangenen Jahres verkündet worden, nun ist es auch ganz offiziell. Ortsbürgermeister Heinz Martin und Jörg Scherer, Geschäftsführer der Firma Scherer Baustoffe, haben am Dienstag einen neuen Vertrag unterschrieben, der die künftige Zusammenarbeit regelt.

Ein Blick zurück: Ursprünglich wollte das Unternehmen vier Abschnitte auf einer Fläche von 23 Hektar als Deponiegelände nutzen und bis zum Jahr 2068 verfüllen. Der bis 2014 amtierende Gemeinderat hatte das Projekt befürwortet, aber seit Sommer 2013 gab es dagegen aber immer größeren Widerstand. Eine Bürgerinitiative kontra Deponie wurde gegründet, in die Reihe der Gegner reihten sich auch der Kreistag Cochem-Zell, die Räte der Verbandsgemeinden Daun und Ulmen sowie mehrere Nachbargemeinden. Im März 2014 beteiligten sich fast 90 Prozent der Strohner an einer Befragung. Ergebnis: Zwei Drittel der Einwohner lehnten das Vorhaben ab. 2016 kündigte die Gemeinde den Pachtvertrag für die Nutzung der Grube. Mit der Konsequenz, dass der Kontrakt 2026 ausgelaufen wäre. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hatte dann Mitte 2018 den Antrag der Firma Scherer auf Einrichtung der Deponie nach langer Prüfung abgelehnt.

Die wesentlichen Punkte der Vereinbarung: Der Pachtvertrag wird auf mindestens 30 Jahre (oder bis die Grube ausgebeutet ist) verlängert. Was Planungssicherheit für die Firma (und Sicherung der Arbeitsplätze in der Grube) sowie weiter Bruchzins-Einnahmen für die Gemeinde bedeutet. Zudem ist schriftlich fixiert, dass ein Deponie-Projekt nicht wieder beantragt werden darf – wichtig für den Gemeinderat, der 2014 mit dem Verhindern des Vorhabens angetreten war. Zudem beteiligt sich die Gemeinde anteilig an den Planungskosten, die der Firma bis 2014 entstanden sind. „Der Vertrag beinhaltet insgesamt eine umfassende Sicherung und Stärkung der Rechte der Gemeinde“, versichert Martin.

Die Firma Scherer wird mit Blick auf die nun wieder langfristige Perspektive in Strohn investieren, unter anderem „durch das Aufstellen einer neuen Produktionsanlage“, kündigt Geschäftsführer Jörg Scherer an. Mit Blick darauf, dass mit Strohn über die Jahrzehnte eine besondere Verbindung entstanden sei, freue er sich sehr, dass man wieder zu einem sachlichen Dialog gefunden habe und sich mit dem Gemeinderat in allen wesentlichen Punkten habe verständigen können. Der Ortsbürger hat einen Wunsch: „Hoffentlich bleibt der Vertrag nun 30 Jahre lang unangetastet im Aktenschrank.“