Streit um Stellplätze für Wohnmobile

Streit um Stellplätze für Wohnmobile

Die FWG-Fraktion im Stadtrat Hillesheim fordert, drei Stellplätze für Wohnmobile neben der Tennishalle im Naherholungsgebiet Bolsdorfer Tälchen einzurichten. Innerhalb weniger Tage wurden mehr als 300 Unterschriften von Menschen gesammelt, die sich gegen solche Pläne aussprechen.

Hillesheim. Still ist es am Weiher im Naherholungsgebiet Bolsdorfer Tälchen. Einige Gäste genießen ein Bier auf der Terrasse neben der Tennishalle. Nur vom Sportplatz nebenan sind immer wieder Rufe zu hören. Hier trainieren gerade die Fußballspieler des Vfl Hillesheim.
Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt haben kurz zuvor die Mitglieder des Hillesheimer Stadtrats darüber diskutiert, drei weitere Stellplätze für Wohnmobile neben der Tennishalle im Bolsdorfer Tälchen einzurichten.
Eine Idee, die die FWG seit dem Jahr 2006 verfolgt. "Der eingerichtete Stellplatz am Viehmarkt ist wenig attraktiv", begründet die FWG ihren Antrag. Dort würden Wohnmobilisten eher ihr Notquartier einrichten und nach einer Nacht weiterfahren. Letztlich müsse es das Ziel der Stadt sein, die Touristen länger im Ort zu halten. "Stellplätze bei der Tennishalle bieten sich dafür an."
Die Position von Stadtbürgermeister Matthias Stein zu diesem Vorschlag ist klar: "Die Kosten, um diese Idee umzusetzen, liegen nach Schätzungen zwischen 15 000 und 27 000 Euro. Geld, das die Stadt besser in andere Vorhaben investieren sollte." Aber der Stadtbürgermeister kann sich vorstellen, dass die Inhaber der Tennishalle hier aktiv werden. Entsprechende Gespräche habe er in der Vergangenheit schon mal geführt. Er werde auch nochmals mit dem Inhaber der Tennishalle sprechen.
Anne Püllen (CDU) steht der Idee skeptisch gegenüber. "Der Standort an der Tennishalle ist nicht gut, er ist vom Stadtzentrum zu weit entfernt", argumentiert sie. Wohnmobiltouristen wünschten sich kurze Wege zum Einkaufen und möchten sich sicher fühlen.
Dieter Lenartz verfolgt von den Zuschauerplätzen aus gebannt die Diskussion im Rat. Der Architekt hatte vor Sitzungsbeginn mit Stein darüber gesprochen, ob er sich während der Sitzung zu dem FWG-Antrag äußern dürfe. Der Stadtbürgermeister hatte diesen Wunsch jedoch unter Verweis auf die Gemeindeordnung abgelehnt.
Lenartz ist einer von mehr als 300 Unterzeichnern einer dem Stadtbürgermeister überreichten Petition, die keine Wohnmobilstellplätze im Bolsdorfer Tälchen wollen.
"Hier ist ein Naherholungsgebiet, das empfindlich gestört würde, wenn dort in Wohnmobilen übernachtet würde", sagt Lenartz. Er habe rund um den Weiher schon eine Vielzahl seltener Tiere beobachtet. Er ist der Meinung, dass die Zahl der Stellplätze am Viehmarkt ausreiche. Außerdem würden mehrere private Anbieter in Hillesheim und der näheren Umgebung den Wohnmobiltouristen anbieten, dort ihre Fahrzeuge abzustellen. "Wir werden notfalls versuchen, dieses Vorhaben auf dem Rechtsweg zu stoppen", erklärt Lenartz.
Meinung

Unnötiger Eingriff in die Idylle
Das Bolsdorfer Tälchen ist ein Naherholungsgebiet, durch das ein Geo-Pfad verläuft, der 400 Millionen Jahre Erdgeschichte erlebbar macht. Viele Tiere und Pflanzen lassen sich hier beobachten. Sicherlich ein schöner Platz, um sein Wohnmobil abzustellen und zu übernachten. Aber die Einrichtung von Wohnmobilstellplätzen in dieser Idylle wäre ein völlig unnötiger Eingriff in die Natur. Es gibt ausreichend Plätze am Viehmarkt und von privaten Anbietern rund um Hillesheim. Bedarf an weiteren Stellplätzen reklamiert die FWG nicht. Allenfalls könnte die Stadt überlegen, den Viehmarkt für Wohnmobilisten attraktiver zu gestalten. a.schumitz@volksfreund.de