Suche nach Standorten für Biomüll-Container im Kreis Vulkaneifel

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv Oktober 2019 : Kein Geheimrezept für Biomüll-Container im Vulkaneifelkreis

Von der großen Lösung beispielsweise in Jünkerath bis zur Minimalausstattung mit einem Container: Kommunen im Kreis Vulkaneifel wählen sehr unterschiedliche Herangehensweisen.

Noch gut zweieinhalb Monate, dann ist das Kapitel Biomülltonne im Kreis Vulkaneifel nach etwas mehr als 20 Jahren beendet.

An ihre Stelle tritt ein sogenanntes Bringsystem, das bedeutet, die Bürger sollen künftig den organischen Abfall in die Biomüllcontainer werfen. Wo die stehen werden, damit befassen sich die Städte und Dörfer im Kreis schon seit Längerem.

Beispiel Neroth: In der 830-Einwohner-Gemeinde in der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein hat man sich schon vor der Kommunalwahl im Mai mit dem Thema beschäftigt. „Wir haben sechs Container bestellt, sie werden auf gemeindeeigenen Flächen aufgestellt“, berichtet Ortsbürgermeister Egon Schommers. „Wir haben darauf geachtet, dass niemand ein solcher Behälter vor die Haustür gesetzt wird.“

In Steiningen (VG Daun) mit gut 190 Einwohnern wird es einen Standort geben, außerhalb des Dorfs. „Dort kann der Behälter gut angefahren werden und stellt keine Geruchsbelästigung für die Bürger dar“, erklärt Ortsbürgermeister Reinhold Schäfer.

„Am besten 500 Container bestellen, für jedes Haus einen“: Harald Schmitz, Ortsbürgermeister von Stadtkyll (VG Gerolstein), ist bei dem Thema, für das sich in den Räten und in der Bevölkerung die Begeisterung in sehr überschaubaren Grenzen hält, der Humor noch nicht vergangen. Tatsächlich aber sind acht Standorte (sieben im Ort selbst, einer im Ortsteil Schönfeld) für die 1500-Einwohner-Gemeinde ausgeguckt worden. „Mal schauen, wie sie angenommen werden. Wir werden wohl nach einem halben Jahr mitgeteilt bekommen, ob sich der ein oder andere Standort nicht lohnt“, sagt Schmitz. Er hält es für „unglücklich“, dass die Abschaffung eines bewährten Systems mit der Verteuerung der grauen Tonne eihergeht.

In Jünkerath (VG Gerolstein) sieht man sich gut aufgestellt für die ab 2020 geltenden Veränderungen. „Wir haben uns frühzeitig mit dem Thema beschäftigt und 29 Container geordert. Ziel ist eine für die Bevölkerung vernünftige Lösung, was für uns heißt, dass die Container für möglichst alle Bürger fußläufig erreichbar sind“, sagt Norbert Bischof, Bürgermeister der 1800-Einwohner-Gemeinde.

In Kelberg  mit rund 2000 Einwohnern werden hingegen deutlich weniger Container stehen: insgesamt sieben, „zwei im Ort selbst und jeweils einer in den Ortsteilen“, erklärt Ortsbürgermeister Willi Jonas.

„Wir machen erst mal nichts in dieser Angelegenheit“, erklärt Erwin Steffes, Ortsbürgermeister von Mückeln (VG Daun). „Denn wir haben noch etliche Fragen an den Zweckverband, denn mit der Umstellung sind ja auch Kosten verbunden. Wir wüssten gern, wer die übernimmt.“ Steffes hat im 240-Einwohner-Dorf eine Umfrage gestartet. „Dabei gab es lediglich eine positive Rückmeldung, was die Neuerungen ab 2020 angeht, ansonsten durchweg Ablehnung.“ In Mückeln heißt es nun: warten auf Antworten aus Trier.

„Wir sind dran“, berichtet Rita Hoffmann, Ortsbürgermeisterin von  Kalenborn-Scheuern (VG Gerolstein, 380 Einwohner). „Der Rat hat sich aber dazu entschlossen, dieses nicht einfache Thema zunächst eher vorsichtig anzugehen und einen Container zwischen die beiden Ortsteile zu stellen. Mal schauen, wie es läuft.“

In Kirchweiler (VG Daun) mit knapp 400 Einwohnern ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, das Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, aber klar ist: Es darf keine Beeinträchtigungen für die Bevölkerung geben“, sagt Ortsbürgermeister Rainer Berlingen.

Was ist der geeignete Standort für einen Biomüll-Container? Diese Frage stellt sich mit Blick auf die Abschaffung der Biotonne den 109 Kommunen im Kreis Vulkaneifel. Foto: TV/Nora John

In Daun sollen die Standorte im nächsten Monat festgelegt werden. „Nach derzeitigem Stand sollen fünf Container in der Kernstadt aufgestellt werden, hinzu kommen weitere in den Stadtteilen“, teilt Stadtbürgermeister Friedhelm Marder mit. Mit einer Befürchtung steht er nicht allein da: „Ich rechne damit, dass künftig verstärkt Müll illegal abgelagert wird.“

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