Szenen des Schreckens

Eine Tote, drei lebensgefährlich Verletzte und fünf Schwerverletzte: Das ist die Bilanz zweier schwerer Verkehrsunfälle, die sich gestern Nachmittag im Vulkaneifelkreis ereignet haben.

Daun-Neunkirchen/Drees. (mh/ch/HG) Der Schreck über das, was sie direkt vor der Ortseinfahrt sahen, stand den Neunkirchener Bürgern ins Gesicht geschrieben. Zwei Fahrzeuge waren gegen 17 Uhr auf der L 28 frontal aufeinandergeprallt. Noch an Ort und Stelle musste der junge belgische Fahrer des unfallverursachenden Fahrzeugs vom Roten Kreuz versorgt werden: Er hatte das Bewusstsein verloren und musste mit dem Defibrilator behandelt werden. Der Unfallhergang stellt sich folgendermaßen dar: Gegen 17 Uhr befuhr ein holländischer Tourist aus Daun kommend die L 28 und wollte in Richtung Kirchweiler fahren. Am Ortseingang von Neunkirchen bemerkte er die Schilder für die Sperrung in diese Richtung und wendete in der Ortseinfahrt Neunkirchen. Der Belgier, der aus Richtung Steinborn kam, fuhr rechts um ihn herum und geriet aus ungeklärter Ursache auf die linke Spur. Dort prallte er frontal mit einem holländischen PKW zusammen, indem eine Familie mit drei Kindern saß. "Von den drei Kindern in dem holländischen Auto wurden zwei leichtverletzt, eines erlitt schwere Verletzungen und musste mit dem Rettungshubschrauber Christoph 10 nach Trier geflogen werden", sagte Polizeikommissar Manfred Heinen von der Polizeiinspektion (PI) Daun. Die Eltern wurden beide schwerverletzt. Zur Versorgung des lebensgefährlich verletzten Belgiers wurde ein Rettungshubschrauber aus Aachen angefordert, der den jungen Mann in eine Spezialklinik transportierte. Sein Beifahrer wurde ebenfalls lebensbedrohlich verletzt. Hauptverursacher ist zwar offenbar der Belgier, aber auch der Holländer wird wohl mithaftbar gemacht werden, so Hauptkommissar Heinz-Peter Thiel, Leiter der PI Daun. Fast zeitgleich ist gestern ein weiter tragischer Verkehrsunfall passiert: Beim Joggen wurde eine 47-jährige Frau aus der Verbandsgemeinde Kelberg zwischen Drees und Welcherath tödlich verletzt. Die Frau war mit ihrer Tochter in der Nähe des Nürburgrings auf einer kleinen Straße zwischen den beiden Orten unterwegs, als sie von einem Fahrzeug erfasst und getötet wurde. Die Tochter des Opfers wurde mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei vermutet, dass die 22-jährige Autofahrerin für einen Moment unachtsam war, weil sie sich um ihr Kleinkind im Wagen gekümmert hatte. In diesem Moment ist sie in die Jogger-Gruppe gefahren. Die Fahrerin, die schwanger ist, erlitt einen Schock. Im Einsatz war neben den Rettungskräften auch ein Notfall-Seelsorger.