Täglich bewegen lohnt sich

Täglich bewegen lohnt sich

Jeden Tag Sport heißt es für einige Klassen der Grundschule Daun seit fast zehn Jahren. Dafür ist die Schule vom Bildungsministerium ausgezeichnet worden. Sie ist erst die zehnte Grundschule im Land, die diesen Preis erhält.

Daun. Ganz vorsichtig tastet sich Sara voran. Schritt für Schritt geht sie auf langen Stelzen durch die Sporthalle der Grundschule Daun. Anne Schneider hilft ihr dabei, stützt die Zweitklässlerin von hinten. Um die beiden herum herrscht jede Menge Trubel. Drei von Saras Klassenkameraden versuchen sich ebenfalls an den Stelzen, andere fahren mit Pedalos durch die Halle, lassen Hula Hoop Reifen um ihre Hüften kreisen oder springen Seil.
In ihrer Ganztagsklasse haben die Kinder jeden Tag Sportunterricht. Aber auch außerhalb der Halle wird ihrem Bewegungsdrang entsprochen. So dürfen die Schüler in der großen Pause beispielsweise ein Mini-Fußballfeld benutzen, in den Unterricht sind Bewegungsspiele integriert. Bei ihrem Konzept arbeitet die Grundschule eng mit dem Turn- und Sportverein (TuS) Daun zusammen, der junge Erwachsene, die beim TuS ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, mit eigenen Sport-Projekten in die Klassen schickt. Anne Schneider ist eine davon.
Das sportliche Engagement hat sich gelohnt. Herbert Tokarski vom Bildungsministerium zeichnete die Grundschule Daun gemeinsam mit Werner Schröter, Vizepräsident des Landessportbunds, in dieser Woche als Partnerschule mit dem Schwerpunkt Bewegung, Spiel und Sport aus. Die Dauner Grundschule ist erst die zehnte in Rheinland-Pfalz und neben der Grundschule Am Bodenländchen in Schweich die zweite in der Region Trier, die Partnerschule wird.
"Die Auszeichnung ist eine Ehre für uns und eine Anerkennung für unsere Arbeit der vergangenen Jahre", sagt Konrektor Christian Irle. Es zeige, dass die Bemühungen der Grundschule Daun keine Eintagsfliege waren.
Begonnen hat alles 2002 mit einer Klasse, deren Schüler fünfmal in der Woche Sportunterricht hatten. Seit 2003 wurde das Pilotprojekt mit dem Namen "Die tägliche Sportstunde" von Wissenschaftlern der Universität Karlsruhe begleitet und vom rheinland-pfälzischen Sportministerium finanziell gefördert.
Im Vergleich zu den Kindern der Parallelklassen, die lediglich drei Sportstunden pro Woche hatten, stellten die Wissenschaftler bei den Schülern der Sportklasse positive Veränderungen fest. Trotz mehr Bewegung gab es in der Sportklasse weniger Unfälle. Zudem wiesen deren Schüler eine höhere Konzentrationsfähigkeit und ein vorbildliches Verhalten gegenüber ihren Mitschülern auf.
Im Moment ist eine der vierten Klassen die letzte im Fördermodell, das mit dem aktuellen Schuljahr zu Ende geht. Der tägliche Sportunterricht hat sich derweil jedoch längst in den Ganztagsklassen der Grundschule etabliert. Für Irle ein entscheidender Faktor. "Denn erst, wenn etwas in den Alltag integriert und nicht nur zeitlich begrenzt ist, ist es gewinnbringend und nachhaltig."