TV-Frühstück mit den Kandidaten in Hillesheim: Taffe Taxiunternehmerin trifft auf Sozi, der nach den Sternen greift

TV-Frühstück mit den Kandidaten in Hillesheim : Taffe Taxiunternehmerin trifft auf Sozi, der nach den Sternen greift

Die parteilose Gabi Braun tritt gegen Thomas Regnery (SPD) bei der Stadtbürgermeisterwahl in Hillesheim an. Die 52-Jährige will durch eine gute Menschenkenntnis, Organisationstalent und Durchsetzungskraft punkten.

Wer tritt in Hillesheim, der drittgrößten Stadt im Kreis Vulkaneifel, die Nachfolge des langjährigen Stadtbürgermeisters Matthias Stein (CDU) an? Das entscheidet sich am 26. Mai.

Will Stadtbürgermeister von Hillesheim werden: Thomas Regnery von der SPD. Foto: Laura Kirwel

Denn anders als in Gerolstein, wo sich vier Kandidaten um den Posten bewerben und eine Stichwahl drei Wochen später wahrscheinlich ist, gibt es in Hillesheim zwei Bewerber – und somit eine Entscheidung in diesem Monat.

Wollen beide Matthias Stein beerben und Stadtbürgermeister/in von Hillesheim werden: die Hillesheimer Taxiunternehmerin Gabi Braun, die als parteilose Einzelbewerberin antritt, sowie SPD-Kandidat Thomas Regnery (49). Foto: TV/Jochen Hank

Schon früh seinen Hut in den Ring geworfen hat SPD-Kandidat Thomas Regnery. Der 49-jährige gebürtige Gerolsteiner ist den Hillesheimern bestens bekannt, führte er doch bis vergangenen September sein Fotostudio in der Beispielstadt und war als selbstständiger Fotograf auf vielen Festen und Veranstaltungen (wie beim Karneval) aktiv.

Bevor er im April vergangenen Jahres mit seiner Frau Martina, die er im Sommer 2018 heiratete, nach Hillesheim-Niederbettingen umzog, war er in der Gerolsteiner Stadtpolitik aktiv: von 2014 bis 2018 in Stadtrat und Bauausschuss sowie als Vorstandsmitglied des dortigen SPD-Ortsvereins. Inzwischen gehört er als Vorstandsmitglied dem SPD-Ortsverein Hillesheim an, ist Mitglied im Bauausschuss der neuen VG Gerolstein und kandidiert auf der SPD-Kreistagsliste für die Kommunalwahl 2019.

Der TV hat ihn und seine Ideen bereits vor Wochen vorgestellt. Bei Gabi Braun, der parteilosen Mitbewerberin um das höchste Amt in der Stadt, war das bislang nicht möglich, da die Hillesheimer Taxiunternehmerin (zwei Festangestellte, neun Aushilfen, sieben Fahrzeuge) nach eigenem Bekunden zeitlich zu sehr in ihren Job eingebunden war.

Beides soll sich ändern: Der TV stellt sie nun vor, nachdem ein ausführliches Gespräch mit der Bewerberin endlich geklappt hat. Und ihren zeitlichen Einsatz in der eigenen Firma will die Kandidatin im Falle des Wahlsiegs „von bislang 90 Wochenarbeitsstunden an sieben Tagen auf rund 30 Stunden reduzieren“, sagt die 52-Jährige. Und kündigt an: „Neben den Abend- und Sitzungsterminen plane ich, täglich drei Stunden im Rathaus zu sein.“

Sie räumt ein, kommunalpolitisch unerfahren zu sein, verweist aber auf ihre berufliche Laufbahn bei der Deutschen Bahn und einer Spedition, wo sie Personalverantwortung hatte, und den erfolgreichen Aufbau eines kleinen Unternehmens. Daher sagt sie selbstbewusst: „Ich habe eine gute Menschenkenntnis, ausgesprochenes Organisationstalent, bin zielstrebig und durchsetzungsfähig.“ Und sie sei schon lange an dem, was in Hillesheim passiere, interessiert. Daher auch ihre Mitgliedschaft im Gewerbeverein.

Zunächst habe sie nur mit einem Stadtratsmandat geliebäugelt und sich daher um einen Listenplatz bei der CDU („wo ich früher mal Mitglied war und der ich immer noch nahestehe“) bemüht. Doch nachdem Fraktionssprecher Stephan Hoffmann dann letztlich doch nicht kandidieren wollte, habe sie sich vom Wunsch Hoffmanns und der CDU ermutigen lassen, als Stadtbürgermeister-Kandidatin anzutreten. „Aber als parteilose Kandidatin“, wie sie betont. Auch der Amtsinhaber habe sie bestärkt. Gabi Braun berichtet: „Auf meinen Einwand, dass ich kommunalpolitisch unerfahren sei, was mir ja auch ab und an vorgehalten wird, meinte Matthias Stein: Es ist noch niemand als Bürgermeister geboren worden.“

Eine Vorstellung, wie das Hillesheim der Zukunft aussehen soll, hat sie aber ganz konkret. Sie sagt: „Ich möchte ein attraktives Lebensumfeld für Familien schaffen – durch die Ausweisung neuer Baugebiete und die Stärkung der Kitas und Schulen. Ich möchte die Unternehmen unterstützen sowie Jung und Alt durch gemeinsame Aktionen zusammenbringen. Ich werde mich für eine Wiederbelebung des Marktstandortes starkmachen und mich für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in Hillesheim einsetzen.“

Auf das zentrale (verkehrspolitische) Thema der vom immensen Lkw-Durchgangsverkehr geplagten Beispielstadt hat sie derzeit allerdings noch keine Antwort: die seit vielen Jahren diskutierte Ortsumgehung, um die es seit geraumer Zeit jedoch still geworden ist. Sie sagt: „Einerseits kann ich die Geschäftsinhaber verstehen, die bei einer Ortsumgehung um ihre Existenz bangen. Andererseits sehe ich aber auch, welchen Gefahren und Belastungen Fußgänger, Radfahrer, Senioren und Einwohner durch den starken Verkehr ausgesetzt sind.“ Sie müsse und wolle sich daher zunächst in die Materie einarbeiten, werde das Thema aber mit hoher Priorität angehen, kündigt sie an.

Und was macht die 52-jährige gebürtige Oberbettingerin, die am Tag vor der Wahl Geburtstag hat, privat? Sie sei „seit Jahren glücklich geschieden“, habe keine Kinder und lebe nur mit ihrem Kater Lumpi zusammen. Und sie mag Reisen und gehe gerne spazieren.