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Takenplatten wärmten einst die Bauernhäuser heute Sammlerherzen

Geschichte : Vorindustrielles Heizsystem ist bei Sammlern begehrt

Sogenannte Takenplatten aus Metall bringen die Augen von Antiquitätenhändlern zum Strahlen – eine Spezialität der Region.

Wer mit offenen Augen durch die Eifel läuft und die Mauern alter Höfe betrachtet, findet sie im Grunde überall: Die schwarzen Takenplatten, die Innen- und Außenbereiche von Bauernhöfen, Wohnhäusern, Gasthöfen und Hotels zieren, sind kaum zu übersehen, doch werden langsam immer seltener. Als begehrte und teils auch sehr teure Sammlerobjekte sind die Tafeln bei Händlern zu finden, die gerne Altertümchen und Extrastücke in ihrem Sortiment anbieten.

Dabei hatten die Takenplatten  einst eine wichtige Funktion und gehörten selbstverständlich an jede Mauer – zumindest, sofern sie dort sinnvoll ihren Dienst verrichten konnten. Bis ins 19. Jahrhundert wurden sie in Bauernhäusern zu Heizzwecken angebracht. Allein zu diesem Zweck wurden sie in einer Aussparung der Feuerwand zwischen Küche und Stube eingemauert. Das Metall der Platten speicherte die Hitze und konnte so die Wärme von einem Raum zum anderen deutlich merkbar weiterleiten.

Aus der Küche mit dem offenen Feuer, über dem der Kochkessel hing, wurde die so mühevoll erzeugte Wärme in die angrenzende Wohnstube übertragen. Bis zur Französischen Revolution zeigten die Takenplatten und die ihnen verwandten Ofenplatten meist biblische Motive.

Sie dienten Analphabeten auch als Bilderbibel, die jederzeit sichtbar war und das gedruckte Wort des Herrn ersetzte. Auch Kruzifixe oder Rosenkränze dienten als Abbildungen. Später zeigten sie auch Darstellungen aus dem Bauernleben und aus sagenhaften Geschichten oder hatten die „Allegorie“ als Thema, wie zum Beispiel die „Justitia mit Waage“.

Hatten sie ihre ursprüngliche Funktion verloren, wurden manche Takenplatten in eine nicht ganz so glorreiche Zweitverwendung überführt: beispielsweise als äußerst stabile Abdeckung von Jauchegruben. Aber bald wurde dann doch ihr Wert erkannt,  und viele  fanden ihren Weg zu den Antiquitätenhändlern.

Takenplatten sind als Objekte der Volkskunst durchaus nicht nur schöne Dekoration, sondern eben auch Zeugnisse ihrer Zeit und der Kultur der Region, aus der sie stammen. Kenner wissen, dass sie nur in Eisenhütten Ost-Belgiens, Luxemburgs, Lothringens, des Hunsrücks, der Eifel und des heutigen Saarlandes hergestellt wurden. Im ehemaligen Pferdestall des bekannten Roscheider Hofes in Konz sind Takenplatten ausgestellt worden, und auch in der Kreisstadt Daun findet man an verschiedenen öffentlichen Gebäuden Takenplatten.

Eine Takenplatte wird heute je nach Größe für 50 bis 250 Euro gehandelt;  sogar im Internet werden Kunstfreunde und Liebhaber fündig. Gerade gusseiserne Ausführungen können dem Verkäufer oft tausende Euro einbringen.