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Teamgeist – nicht nur auf dem Tennisplatz

Teamgeist – nicht nur auf dem Tennisplatz

DAUN. Der langjährige Chefarzt der Anästhesie und Intensivpflege des Krankenhauses Maria Hilf in Daun, Dr. Wolfgang Schernikau, ist mit einem Festakt verabschiedet worden. Sein Nachfolger Dr. Jörg Schnoor ist seit 1. Januar in Daun tätig.

Einmütig und herzlich sprach das Leitungsteam des Dauner Krankenhauses dem scheidenden Chefarzt Lob und Anerkennung aus. Und doch hatte jede Abschiedsrede ihre eigene Note. Krankenhausoberin Petra Fischer etwa überraschte Schernikau und das Auditorium mit einem Zitat aus einer englischen Fachzeitschrift. Der Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern, Norbert Herrmann, bescheinigte dem Mediziner große Kooperationsbereitschaft, hohe Professionalität und natürliche Autorität. "Sie haben ausgeglichen, wo es nötig war, und Impulse gesetzt, wo es möglich war", sagte Herrmann. Verwaltungsdirektor Franz-Josef Jax sprach von einer Zeit der Harmonie und des Gleichklangs und davon, dass Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und Teamgeist für Schernikau nicht nur auf dem Tennisplatz, sondern auch im Krankenhaus zu den Maximen zählten. Darüber hinaus ließ Jax die Festversammlung an den Gedanken über ein ("nicht zu teures, dennoch nützliches") Abschiedsgeschenk teilhaben, bevor er einen Gutschein für eine Heißluftballon-Fahrt überreichte. Was denn daran nützlich sei? "Wir benötigen neue Luftbildaufnahmen des Krankenhauses", erklärte er augenzwinkernd. Schernikau habe durch sein Vorbild begeistert, und er sei den Patienten und Mitarbeitern stets menschlich begegnet. Das hob der ärztliche Direktor, Alfred Kuckartz, hervor. "Sie haben das Maria-Hilf-Krankenhaus hoch gebracht und es hoch gehalten", sagte er. Schernikau sei es in besonderer Weise zu verdanken, dass das Dauner Krankenhaus in dem schwierigen Fahrwasser des Gesundheitssystems eine gute Überlebenschance habe. Sichtlich bewegt und gerührt verabschiedete sich Schernikau. "Es war eine schöne Zeit. Ich war stets mit dem Herzen dabei", sagte er. Nach 40 Berufsjahren, mehr als 25 davon in Daun, lasse er nun vieles liegen, was Teil von ihm sei. Seinen Mitarbeitern und Weggefährten, im besonderen auch seiner Familie, dankte er für alle Loyalität und Akzeptanz sowie rückhaltlose Unterstützung. Mit dem Blick auf die Zukunft meinte der 66-Jährige: "Ich bin tatendurstig und fit genug für einen weiteren glücklichen Lebensabschnitt." Schernikaus Nachfolger als Chefarzt der Anästhesie und Intensivpflege ist seit dem 1. Januar Jörg Schnoor. Er wurde 1963 in Hamburg geboren, hat dort das Abitur gemacht und nach dem Studium und der Promotion in Eppendorf zunächst in Essen gearbeitet. Zuletzt war Schnoor an der Universitätsklinik in Aachen tätig - als Leiter und Koordinator einer Abteilung mit 90 Mitarbeitern und 16 000 Anästhesien im Jahr. Mehr als 100 fachwissenschaftliche Veröffentlichungen liegen von ihm vor. "Ich danke Ihnen für die offene und herzliche Aufnahme und bin zum Dialog mit allen Abteilungen bereit", sagte Schnoor. Eingeleitet worden war der Festakt mit einem von Dechant Ludwig Gödert und Pfarrer Frank Meckelburg geleiteten Gottesdienst. Zu den Grußworten und Ansprachen musizierte ein Kammermusik-Trio der Musikschule Landkreis Daun: Junko Aota (Querflöte), Elena Drescher (Violoncello) und Lilia Hägele (Violine).