Theatralisch wirkungsvoll und musikalisch glanzvoll

Theatralisch wirkungsvoll und musikalisch glanzvoll

Der Kulturkreis Daun hat im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz mit Henry Purcells "Dido and Aeneas" die älteste Liebesgeschichte der englischen Oper präsentiert. Am Ende hatten die mehr als 80 sichtbaren Mitwirkenden den ganzen Saal verzaubert. Und Roy Coppack, der die Gesamtleitung hatte, resümierte: "Die Arbeit hat sich gelohnt."

Daun. 19 Jahre hat Roy Coppack verstreichen lassen, bis er Purcells kurze mythologische Oper um die afrikanische Königin Dido und den aus Troja geflohenen Aeneas noch einmal in Daun auf die Bühne brachte. Viel beachtet worden war die Aufführung auch seinerzeit. Doch war sie rein konzertant.
Nun hatten neben den Solisten, Sängern und Orchestermusikern neun junge Balletttänzerinnen (siehe Extra) wesentlichen Anteil an der szenischen Gestaltung - mit kleinen Schritten und großen Linien, mit wunderbaren Kleidern in Rot, Schwarz, Nachtblau und Weiß. Sie steigerten die Handlung, sie verstärkten die Emotionen.
Ganzer Saal verzaubert


Theatralisch wirkungsvoll ist diese Barockoper ohnehin. Der Venus-Sohn und große Held Aeneas ist hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zu der schönen jungen Witwe Dido und dem vermeintlichen Götterbefehl aus der Hexen- und Geisterwelt zum sofortigen Aufbruch nach Italien. Auf Aeneas\' Abschied folgt Didos erschütterndes Lamento als das bekannteste Stück der Oper - von der Dauner Mezzosopranistin Regina Schuh-Hoffmann ausgezeichnet und mit großer Intonationssicherheit und Leuchtkraft dargeboten
Weitere solistische Glanzpunkte setzten Bariton Daniel Hoang in der Rolle des Aeneas und die Sopranistinnen Claudia Scheiner-Cremonesi (Belinda und Zauberin), Nina Simon (Zweite Frau und Zweite Hexe) und Eva-Maria Wenz (Erste Hexe und Geist) sowie Tenor Klaus-Peter Gärtner (Matrose). Und ob der Madrigal-Chor nun echote oder jubelte, das Orchester Sehnsucht, Liebe oder Unglück intonierte: Am Ende spürte man, dass der ganze Saal mit 320 Zuschauern verzaubert war. "Ich bin sehr zufrieden", erklärte Roy Coppack, der seit September 2013 die Solisten, den Chor und das Orchester getrennt und an den zwei Tagen vor der Aufführung zusammen einstudiert hatte. "Die Arbeit hat sich gelohnt", sagte er.
Extra

Aus der Trierer Ballettschule im Hof tanzten unter der Leitung von Nadia Walger: Annamaria Dax, Luisa Drayer, Elisabeth Mainz, Lisa Meyer, Jackobina Paulus, Marie-Jeanne Regnier, Isabelle Rehles, Luisa Schneider und Rebecca Willems. bb

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