"Tiefe Enttäuschung"

Der Dauner Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen kann die Ablehnung einer Beschneiungsanlage für die Skipiste am Mäuseberg nicht nachvollziehen. Ob dagegen Einspruch eingelegt wird, werden die städtischen Gremien in den nächsten Wochen entscheiden.

Daun. (sts) "Tief enttäuscht" ist der Dauner Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen von der Entscheidung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, die Installation von Schneekanonen am Mäuseberg nicht zu genehmigen. Aus dem Verlauf der langjährigen Verhandlungen habe er die Hoffnung geschöpft, dass eine Beschneiungsanlage gebaut werde könne. "Ich kann die ablehndende Haltung der SGD nicht nachvollziehen. Offenbar haben die Naturschutzverbände doch einen großen Einfluss auf solche Entscheidungen", erklärte Jenssen auf TV-Anfrage. Die Stadt als Antragstellerin werde die Begründung der Ablehnung nun intensiv prüfen, und dann werde in den zuständigen Gremien entschieden, ob Widerspruch gegen den SGD-Bescheid eingelegt werde. Die Nabu-Gruppe Daun sieht allerdings wenig Erfolgsaussichten für die Stadt, möglicherweise auf dem Klageweg doch noch die Schneekanonen durchsetzen zu können. "Stadtrat soll einen Schlussstrich ziehen"

Sie weist zudem auf die finanziellen Folgen hin: "Allein an Planungskosten musste die Stadt Daun bisher schon rund 16 000 Euro ausgeben. Es stellt sich daher die Frage, ob dieser Minusposten noch durch die Kosten für eine wenig Erfolg versprechende Klage vergrößert werden soll", heißt es auf der Internetseite des Nabu. Seine Forderung: "Es liegt nun am Stadtrat Daun, durch entsprechende Vorgaben an die Verwaltung einen endgültigen Schlussstrich unter das Vorhaben zu ziehen." Für den Ski-Club Daun ist laut Vorsitzendem Peter Schlömer die Entscheidung der SGD kein Grund, "den Kopf in den Sand zu stecken". "Wir bereiten uns wie gehabt auf die anstehende Wintersaison vor: Wie es in Sachen Schneekanonen weitergeht, liegt nicht in unserer Verantwortung. Die Stadt muss nun entscheiden, wie sie weiter vorgehen will."