Tierquäler stellt Katzen gefährliche Fallen - 50 Tiere pro Jahr in Daun vermisst
Daun · Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Katzen verschwunden. Tierschützerin Svetlana Gabricevic ist alarmiert. Sie vermutet, dass jemand in Daun illegale Fallen aufgestellt hat. Den Kater von Familie Thelen hat es erst vor kurzem erwischt - er trug eine grausame Wunde davon.
Daun. Zwei Wochen lang war Kater Micki vermisst, bevor Monika Thelen ihn eines Abends wieder vor der Terrassentür sitzen sieht. Es ist ein wilder Kater, der nur zum Fressen zu den Thelens kommt, die ihn auch haben kastrieren lassen. "Zunächst haben wir gedacht, er hätte sich vielleicht ein neues Haus gesucht", erinnert sich Thelen. Und dennoch wächst die Sorge von Tag zu Tag. Sie sucht die Gegend ab, fragt die Nachbarn, ob sie den Kater gesehen haben. Doch es findet sich keine Spur. Sie befürchtet, das Tier "liegt vielleicht irgendwo tot rum".
An diesem Abend werden die Befürchtungen zu Gewissheit. Der Kater ist eindeutig am rechten Vorderbein verletzt und so verängstigt, dass er sich nicht ins Haus locken lässt. Thelen alarmiert den Tierschutz. Svetlana Gabricevic vom Förderverein Eifeltierheim versucht eine Woche lang, das Tier mit Lebendfallen zu fangen - ohne Erfolg.
Dann ist der Kater plötzlich wieder da, schleppt sich völlig entkräftet und abgemagert ins Haus der Thelens. Vom rechten Vorderbein ist kaum noch etwas übrig. Unterhalb des Knies ragt der Knochen aus einem Stumpf - kein Fell, kein Fleisch. Nur die Spitze der Pfote ist noch da. Die Wunde riecht bestialisch. Gabricevic ist sich sicher, dass das Tier in eine illegale Schlingenfalle (siehe Extra) geraten ist. Es habe wahrscheinlich solange festgesessen, bis das Bein komplett abgestorben war, bevor es sich befreien konnte.
Es sei nicht der einzige Fall in den vergangenen Wochen, meint Gabricevic. Alleine am Arensberg in Daun weiß sie von zwei weiteren Katzen mit Kopfverletzungen. Im vorigen Jahr brachten Soldaten zwei Kätzchen zu ihr. Beim Waldlauf auf dem Hunert hatten sie den kleinen Kater mit dem Kopf in einer Schlinge gefunden. Sein Schwesterchen saß daneben. "Seit 2013 sind auffallend viele Tiere als vermisst gemeldet worden", sagt Gabricevic. "In Daun und Umgebung waren es fast 50 Katzen pro Jahr. Das ist deutlich mehr als normal." Nur ein Teil davon sei wieder gefunden worden. Sie vermute, dass einige Tiere durchaus in eine Schlinge geraten und verendet sein könnten.
Was den Fallensteller dazu verleitet haben mag, können sich die beiden Frauen nicht vorstellen. "Diese Tiere sind versorgt und kastriert, sie haben ein Zuhause", empört sich Gabricevic. Auch wenn ihre wilden Katzen nicht kuscheln wollen und sich nur selten streicheln lassen, "sie sind einem doch ans Herz gewachsen", sagt Thelen. Nicht nur das Tier leide in der Falle; auch die Menschen, die sich um es kümmern, leiden.Extra
In Deutschland ist die Jagd mit Fallen durch Gesetze geregelt. Aus Tierschutzgründen müssen Lebendfallen in Deutschland gewährleisten, dass gefangene Tiere unverletzt bleiben. Totfangfallen müssen sofort töten. Fallen müssen in Deutschland verblendet, das heißt in speziellen Fangbunkern oder abschließbaren Kisten angebracht werden, sodass von ihnen keine Gefahr für Menschen und andere Tiere ausgeht. Des Weiteren ist eine regelmäßige Kontrolle der Fallen durch den Fallensteller vorgeschrieben. Quelle: Wikipedia