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Tierschützer kämpfen für  Katzenkastrationen

Ehrenamtler bei der Arbeit : Tierschützer kämpfen für  Katzenkastrationen

Vielfach treffen die Ehrenamtler vom Förderverein Eifeltierheim auf Widerstand bei ihrer Arbeit. Doch es gibt auch positive Beispiele.

Wenn es um das Thema Katzen geht, ist Tierschützerin Svetlana Grabricevic in ihrem Element. Denn sie kümmert sich täglich zusammen mit ihren Mitstreitern vom Förderverein Eifeltierheim um das Wohl der Samtpfoten. Vor allem die Kastration von Katzen und Katern ist ihr und anderen Tierschützern ein ganz wichtiges Anliegen. Doch es ist oft wie ein Kampf gegen Windmühlen. „Es ist schwierig, Leute zu überzeugen“, sagt sie. Vor allem auf Bauernhöfen kümmere man sich häufig nicht um die Tiere. „Die verlaufen sich“, heiße es da oft, wenn im Frühjahr und Herbst wieder jede Menge kleine Katzen auf die Welt kommen.

„Doch es gibt auch positive Beispiele“, erzählt Svetlana Grabricevic. Wie zum Beispiel auf dem Hof in Seinsfeld bei Jutta Fuxen. 13 bis 15 Katzen seien es auf dem Hof, erzählt Jutta Fuxen. Mal seien sie ein paar Tage verschwunden, dann, vor allem bei schlechtem Wetter, fänden sich die Tiere wieder ein. Sie kam in Kontakt mit dem Tierschutzverein, als dieser bei den Nachbarn tätig war. Und so konnte sie den Tierschützern zweimal einige Tiere mitgeben, die dann beim Tierarzt kastriert wurden. Nur eines sei noch nicht gefangen worden. „Die ist so misstrauisch“, sagt Fuxen über das Tier. Jutta Fuxen ist generell sehr froh mit den vielen Katzen auf dem Hof, die sie auch immer füttert. Denn einige Jahre zuvor, als sie nur zwei Katzen hatte, habe sie eine regelrechte Mausplage gehabt. Seit sich viele Samtpfoten auf dem Hof tummeln, ist damit Schluss. Dennoch sieht die Landwirtin die Vorteile der Kastrationsaktionen.  Sie hat dem Verein eine Spende zukommen lassen und das Fahrtgeld erstattet. Für Svetlana Grabricevic ist das wichtig, denn sie setzt ihr privates Kapital ein, um ihre Arbeit für den Verein zu machen. Da ist sie froh über jede Spende oder die Erstattung der Fahrtkosten.

Auch bei Schäfer Rudolf Luzerek in Neroth waren die Tierschützer aktiv. Er konnte bei seinen Katzen sehen, wie schnell aus zwei Katzen eine große Schar wird. Denn sein Tier bekam zunächst zwei Junge. Die wiederum brachten nach kurzer Zeit ebenso wie das Muttertier selbst wieder Kätzchen zur Welt. Zwar habe er Katzen verschenken können, sagt Luzerek, doch es seien zu schnell zu viele geworden. Deshalb habe er beim Förderverein Eifeltierheim angerufen. Deren Mitglieder seien mit Fallen gekommen und hätten die Tiere eingefangen.

Auch Luzerek möchte wie Jutta Fuxen nicht auf die Katzen verzichten, da sie den Bestand der Mäuse eindämmen. Er weiß auch, dass nur Katzen, die auch gefüttert werden, gute Mäusefänger sind.

Aber als Naturschützer sieht er auch die Gefahren für die Artenvielfalt, wenn der Katzenbestand sich ausbreitet. Denn die Bodenbrüter auf seinen Schafweiden seien in Gefahr, wenn die Katzenpopulation zu groß wird. „Ich bin eigentlich nicht dafür, der Natur ins Handwerk zu pfuschen, aber das war eine gute Sache“, sagt er über die Aktion der Tierschützer. Auch er hat sich finanziell beteiligt, um die Belastung für den Verein nicht zu groß werden zu lassen.

Für Svetlana Grabicevic sind es Fälle wie beim Bauernhof Fuxen oder bei Schäfer Luzerek, die sie nicht aufgeben lassen. Es gibt noch einige andere Bauernhöfe, auf denen die Besitzer ihre Katzen haben kastrieren lassen. Aber dann gibt es immer wieder Fälle, in denen die Tiere sich selbst überlassen werden und keine Überzeugungsarbeit hilft. Diesen Katzen droht meist ein schlimmes Schicksal. Sie werden krank, die Muttertiere bekommen Komplikationen bei der Geburt, an denen sie qualvoll eingehen, und ein Ende ist durch die explosionsartige Vermehrung nicht abzusehen.

Dennoch, Aufgeben ist für Svetlana Grabicevic keine Option. Zumindest jetzt noch nicht.