Tierschützer wollen eine weiteres Tierheim in der Eifel einrichten

Kostenpflichtiger Inhalt: Heim für Vierbeiner : Dringend gesucht: Ein weiteres Haus für Tiere in der Eifel

Viele Dutzend Katzen sind in der Eifel auf privaten Pflegestellen untergebracht. Eine Arbeit, die ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen ist. Deshalb soll mit Unterstützung von Investoren ein Tierheim geschaffen werden.

Die kleine Ruby hat Hunger. Das teilt das winzige Kätzchen mit der weißen Blesse auf der Nase auch lautstark mit. Sie klettert zusammen mit drei anderen Winzlingen an den Gitterstäben ihres großen Käfigs hoch und piepst aufgeregt.

Jetzt ist Marion Vietzen gefragt. Sie zieht Ruby zusammen mit etlichen anderen Katzenbabys, die oft kurz nach der Geburt einfach ausgesetzt werden, auf. Und bei Ruby ist das noch recht aufwendig, weil sie alle zwei Stunden rund um die Uhr mit der Flasche gefüttert wird. Marion Vietzen ist ehrenamtliche Tierschützerin und betreibt eine private Pflegestelle für die kleinen „Fellnasen“, die meist irgendwo ausgesetzt und aufgefunden wurden. Für sie und ihre Mitstreiter ist das eine Aufgabe, die enorm viel Zeit und Geld kostet. Auf die Dauer ist das von Freiwilligen einfach nicht mehr zu stemmen.

Deshalb möchten Sandra Dahm, Swetlana Gabricevic und ihre Schwester Luba Bartz von Förderverein Eifeltierheim ein Tierheim für die Eifelkreise gründen.

Platzmangel im Eifeltierheim

„Wir sind auf der Suche nach einem Objekt“, sagt Sandra Dahm. Im Idealfall ein Gebäude, das freisteht und über eine gewisse Infrastruktur wie Stromanschluss, Wasser, Zufahrtswege und Ähnliches verfügt. Und es sollte mindestens einen Kilometer außerhalb von Ortschaften liegen, denn sonst ist aus Lärmschutzgründen die Hundehaltung nicht erlaubt.

Die Tierschützerinnen beklagen, dass es außer dem Eifeltierheim in Altrich im Kreis Bernkastel-Wittlich, das alleine für drei Landkreise zuständig ist, keine Einrichtung dieser Art in der Eifel gibt. Die nach Altrich am nächsten gelegenen Heime sind in Trier und Mayen. Und in Altrich wird es derzeit schon wieder sehr eng, so dass weitere Katzen nicht ohne weiteres aufgenommen werden können.

Der Bedarf ist laut Swetlana Gabricevic auf jeden Fall da. „Es gibt derzeit etwa 50 Tiere auf privaten Pflegestellen alleine im Vulkaneifelkreis“, sagt sie. Und das sei auf die Dauer nicht zumutbar.

„Die Leute müssen privaten Wohnraum abgeben.“ Das wird auch bei Marion Vietzen deutlich. Im Wohnzimmer steht der große Käfig mit den vier kleinen Kätzchen, daneben die Unterbringung für zwei noch kleinere Tierchen, die gerade erst die Augen aufmachen können und erbärmlich piepsen.

Im oberen Stockwerk haben die übrigen Katzen, die schon sehr munter sind und nicht mehr aus der Flasche trinken, einen ganzen Raum für sich, in dem sie wild herumspringen, raufen und sich gegenseitig jagen. Was kleine Katzen halt  so machen.

Alle Hände voll zu tun: Svetlana Gabricevic, Luba Bartz und Marion Vietzen vom Förderverein Eifeltierheim wollen neues Zuhause für Katzen, Hunde und Nager in der Eifel. Foto: TV/Nora John

Das sieht niedlich aus und es macht  Spaß, die Kätzchen mit ihrer Lebensfreude zu beobachten. Aber die Pflege der Tiere bedeutet weit mehr als streicheln und füttern. Es ist auch Schmutzarbeit, denn die Kleinen sind noch nicht stubenrein und machen kleinere und größere Sauereien. Und auch nach dem Füttern nehmen sich die Tierschützerinnen noch Zeit, die Kätzchen zu bürsten und zu massieren, damit die Verdauung in Schwung kommt, Aufgaben, die sonst die Katzenmütter erledigen.

Was die Lage in der Eifel noch schwieriger macht, ist laut Svetlana Gabricevic, dass bereits viele  Tierschützer in der Region aufgegeben haben. Erst im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder der Tierhilfe Eifelkreis das Handtuch geworfen, weil die Arbeitsbelastung für die ehrenamtlichen Helfer nicht mehr zu stemmen war.

Svetlana Gabricevic und Sandra Dahm bestätigen das. Hilfesuchende aus drei Landkreisen würden sich bei ihnen melden. Und erwarteten rund um die Uhr sofortige Hilfe.

Schwierig ist auch die Unterbringung von Hunden, denn in Altrich dürfen diese wegen der Lärmbelastung nicht aufgenommen werden. Also sind die nächsten Stellen auch hier Trier und Mayen. Die Tiere dort hinzubringen, kostet viel Zeit und auch viel Geld. Hilfe leisten auch hier private Pflegestellen wie etwa bei Eveline Maus, die sich um solche Fälle kümmert.

Für die Tierschützer in der Vulkaneifel wäre ein Tierheim im Gebiet zwischen Prüm und Gerolstein ideal, weil hier ein großer Bedarf besteht. „Wir haben einen Plan, wir gehen da nicht blauäugig dran“, sagt Gabricevic. „Wir können das Know-how“ zur Verfügung stellen. Außerdem würden  erfahrene Tierschützer als Mitarbeiter das Projekt unterstützen. Aber um ein Tierheim finanzieren zu können, müssen sich auch Investoren einbringen. Und auch von den Kommunen erhoffen sich die Frauen Hilfe. Sie möchten nicht als lästige Bittsteller gesehen werden, sondern als Partner im Dienst am Bürger gesehen und unterstützt werden. Denn ihre Arbeit helfe nicht nur Tierfreunden. Mit Kastrationsaktionen  sorgen sie dafür, dass Katzen sich nicht wild vermehren, draußen leben und dort Schaden anrichten und auch selbst krank werden. Auch in Notsituationen, wenn ein Tier durch Krankheit oder Tod des Besitzers nicht mehr versorgt werden kann, helfen sie den überforderten Angehörigen.„Gesucht werden ein Gebäude, Investoren sowie tatkräftige Hilfe aus der Bevölkerung“, fasst Svetlana Gabricevic ihr Anliegen zusammen.

Kontakt: Telefon 06592/3725 oder 0171/6226181, E-Mail tierheim@gerolsteiner.net

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