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Tipp von einer 100-Jährigen: "Immer in Bewegung bleiben und möglichst viel selbst entscheiden"

 Maria Stein wird am Sonntag 100 Jahre alt. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Maria Stein wird am Sonntag 100 Jahre alt. TV-Foto: Brigitte Bettscheider FOTO: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"
Hillesheim/Gönnersdorf. Nein, nichts zu klagen gebe es für sie hier im Seniorenheim, betont Maria Stein. "Doch würde ich mich am liebsten auch heute noch komplett selbst versorgen", räumt sie ein. Brigitte Bettscheider

Und das traut man ihr durchaus auch noch zu - so wie sie forschen Schrittes, nur mit etwas Unterstützung durch einen Gehstock, frisch frisiert und hellwach blickend die Besucherin begrüßt. Und gleich für Klarheit sorgt: "Ich kann mich noch schneller bücken als Sie", meint sie. Mit dem TV kennt sie sich aus; den liest sie jeden Tag - "und zwar mein eigenes Exemplar", betont sie. Auch Spaziergänge und kleine Einkäufe gehören zu ihrem täglichen Pensum.

Am Sonntag feiert Maria Stein ihren 100. Geburtstag mit ihren beiden Töchtern und ihren Familien, zu denen vier Enkel und drei Urenkel gehören. Bis vor zweieinhalb Monaten lebte sie in ihrer eigenen Wohnung in Gönnersdorf; allein, denn ihr Ehemann Nikolaus Stein starb vor drei Jahren. Als drittes von neun Geschwistern war die Jubilarin als Maria Jostock am 19. Februar 1917 in Gönnersdorf auf die Welt gekommen - elf Tage nach Nikolaus Stein übrigens. Mit ihm drückte sie im Heimatdorf die Schulbank, ihn sah sie nach dem Zweiten Weltkrieg schwer verwundet in einem Lazarett in Trier wieder, mit ihm schloss sie im Oktober 1948 den Bund der Ehe. "Wir waren 65 Jahre verheiratet, und das war mit das Schönste an meinem Leben", resümiert Maria Stein. Und erzählt von den zahlreichen Urlaubsreisen und Kuraufenthalten mit dem Bahnbeamten, von den beruflich bedingten Umzügen nach Jünkerath, Ahütte und Trier.

Weil in der Nähe der Trierer Wohnung ein Schwimmbad war, machte die damals 40-jährige Maria Stein umgehend einen Schwimmkurs und pflegte das Schwimmen bis ins hohe Alter. Als Nikolaus Stein pensioniert und der Plan gefasst wurde, wieder in beider Geburtsort Gönnersdorf zurückzukehren, machte Maria Stein den Führerschein. "Da war ich 64 Jahre alt, und ich habe ihn auf Anhieb bestanden", erzählt sie. Bis vor einigen Jahren stand die Gartenarbeit regelmäßig auf ihrem Plan. "Immer in Bewegung bleiben und selbst entscheiden, solange es geht", lautet ihr Motto. Doch als der Alltag nicht mehr alleine bewältigt werden konnte und der Umzug in das Katharinenstift sich abzeichnete? Maria Stein überlegt nicht lange: "Was sein muss, muss sein", sagt sie.