Tipps für Wiedereinsteiger auf schweren Maschinen

Tipps für Wiedereinsteiger auf schweren Maschinen

65 Teilnehmer sind zur Veranstaltung des Polizeipräsidiums Trier ins Grüderzentrum HIGIS in Wiesbaum gekommen. Zentrales Thema war die Sicherheit, aber auch der Spaß am Fahren kam nicht zu kurz.

Wiesbaum. Wiedereinsteiger ab 45 Jahren sind in der Eifel an rund 40 Prozent aller Unfälle beteiligt, sagt die Statistik. "Reine Geschwindigkeitskontrollen beseitigen das Problem nicht", sagt Dietmar Braun, Leiter der Polizei-Inspektion Bitburg. "Daher wurde in Zusammenarbeit mit der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden das Konzept für diese präventive Veranstaltung entworfen." Mit im Boot sind auch der ADAC, der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein (DEKRA) und die Eifel Tourismus GmbH.
Bewusstsein für Gefahren


Allesamt bieten sie unter dem Motto "Motorradfahren in der Eifel - aber sicher!" theoretische und praktische Hilfe für die wachsende Risikogruppe der Motorradfahrer ab 45 Jahren.
"Zumeist handelt es sich um Fahrer, denen nach vielen Jahren der Abstinenz die Praxis fehlt und die sich dennoch für eine schwere Maschine entscheiden", erklärt Polizeioberrat Braun. "Dabei bedenken sie oft nicht, dass zum Führen eines PS-starken Zweirads körperliche Fitness und das Bewusstsein für Gefahren und Geschwindigkeit gehören."
Rund 200 Anmeldungen waren im Vorfeld des Motorradsymposiums eingegangen, das Fachvorträge von Medizinern zum Verhalten am Unfallort und zu gesundheitlichen Risiken der Motorradfahrer ab 45 bot. Experten von Dekra und ADAC referierten zu technischen Fahrhilfen, passender Bekleidung, aber auch zur Gefahr der Selbstüberschätzung im Straßenverkehr. Heike Raab, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium, sprach über mögliche Baumaßnahmen, die für zusätzliche Sicherheit der Motorradfahrer sorgen könnten: In der Eifel sind das vor allem doppelte Leitplanken und griffigerer Asphalt auf den kurvenreichen Straßen.
Dietmar Braun freut vor allem die hohe Zahl der Anmeldungen: "Damit wird mit Sicherheit auch 2016 ein Motorradsymposium in der Eifel stattfinden. Die hohe Resonanz zeigt, dass die älteren Motorradfahrer bereit sind, Tipps anzunehmen."
Beim abschließenden Fahrsicherheitstraining auf dem HIGIS-Gelände kommt auch die Freude am Fahren nicht zu kurz. Unter Aufsicht von Fahrlehrern absolvieren die Teilnehmer auf ihren Maschinen Übungen zum Ausweichen und zum richtigen Bremsen. "Das Symposium kurz vor Beginn der Motorrad-Saison ist sehr sinnvoll", sagt der 62-jährige Hans-Joachim Gerlitz aus Mechernich, der seine schwere Harley geschickt durch die aufgestellten Pilonen manövriert.
"Die Maschinen müssen alle zwei Jahre durch den Tüv, aber über unsere eigene Fitness machen wir uns zu wenige Gedanken." now
Extra

Die Statistik der Motorradunfälle in den Kreisen Euskirchen, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und den grenznahen Gebieten Luxemburgs und Belgiens zeigt, dass die Zahl der Unfälle seit 2011 zwar rückgängig ist, seit 2012 aber auf hohem Niveau bleibt. Gab es 2011 noch insgesamt 417 Unfälle, davon 20 mit tödlichem Ausgang, so sank die Zahl 2012 auf insgesamt 379 Unfälle (11 Tote), 2013 auf 345 Unfälle mit 10 Todesopfern. 2014 gab es erneut einen Anstieg: 397 Unfälle wurden gemeldet, 11 Unfalltote waren zu beklagen. 40 Prozent aller Unfallbeteiligten waren zwischen 45 und 64 Jahre alt. An Samstagen und Sonntagen nimmt die Zahl der Motorradunfälle auf Eifeler Straßen um rund 50 Prozent zu. now