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Trend bestätigt: Es kracht immer seltener

Trend bestätigt: Es kracht immer seltener

Positiver Trend bestätigt: Im dritten Jahr in Folge hat sich die Zahl der Unfälle im Bereich der Polizei Daun verringert. Sie lag 2009 bei 1903 (2008: 1982). Dafür sind nicht zuletzt wegen des Schienenbusunfalls bei Hohenfels-Essingen mit 36 Verletzten wieder mehr Menschen zu Schaden gekommen: 218. 2008 waren es 202. Die Zahl der Verkehrstoten sank von sieben auf vier.

Daun/Gerolstein. Auf den 823 Kilometern Straße in den vier Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Hillesheim und Kelberg, die die Polizei Daun betreut, haben sich im vergangenen Jahr 1903 Unfälle ereignet. Das sind deutlich weniger als noch 2008 (1982). Auch die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten ist zurückgegangen: von sieben auf vier. Ebenfalls "erfreulich" ist laut Heinz-Peter Thiel, Chef der Dauner Polizei, dass "mittel- und langfristig auch die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kommen, kontinuierlich sinkt". Von 240 (2006) auf 223 (2007) und 202 (2008). Doch für 2009 weist die Statistik gerade in diesem Punkt einen Haken auf: So waren es 2009 wieder 218.

Der Anstieg hat laut Verkehrssicherheitsberater Horst Krämer mit dem Schienenbusunfall bei Hohenfels-Essingen zu tun, bei dem 36 Menschen verletzt wurden (der TV berichtete). Auf eine Ziel- beziehungsweise Risikogruppe legen Thiel und Krämer ein besonderes Augenmerk: die Fahranfänger, also Leute im Alter von 17 bis 24. Im Langzeitvergleich von 2006 bis heute konnten die Unfallzahlen bei ihnen deutlich gesenkt werden: von 511 (2006) auf 476 (2007), auf 446 (2008) und schließlich auf 376 (2009).

Auch die Zahl der dabei Verletzten oder Getöteten sank von 2006 bis heute: von 96 auf 87. Für Thiel ein Erfolg der "intensiven Präventionsarbeit bei dieser Zielgruppe". So soll der bislang nur an der Berufsschule in Gerolstein ausgerichtete Verkehrssicherheitstag in diesem Jahr erstmals auf die drei Gymnasien ausgeweitet werden.

Trotzdem verhehlen die Polizisten nicht: "Die jungen Leute bereiten uns nach wie vor Sorgen." Denn an 40 Prozent aller Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet werden, sind Fahranfänger beteiligt. Zum Vergleich: Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung macht nur rund acht Prozent aus.

Und auch wenn Alkohol oder Drogen im Spiel waren, hat die Zahl der Unfälle zugenommen: von 43 auf 50. Das sind zwar nur 2,6 Prozent des Gesamtaufkommens, aber immerhin. Zudem stieg die Zahl der dabei zu Schaden gekommenen von zwölf auf 25 deutlich. Da dabei ebenfalls oft junge Leute involviert sind, sagt Thiel: "Dagegen müssen und werden wir etwas tun." Das zentrale Stichwort lautet Präventionsarbeit an Schulen. 2009 wurden unter dem Thema "Alkohol und Drogen im Straßenverkehr" bereits 1400 Fahranfänger unterrichtet. Extra Unfälle mit Kindern: Die Zahl ist 2009 um vier auf 15 gesunken. Positiv: Wie in den Jahren zuvor ereignete sich kein Unfall auf dem Schulweg. Laut Polizei die positive Folge der Verkehrserziehung ab dem Vorschulalter. Unfälle mit Senioren: Bei den Menschen ab 65 Jahren nimmt die Zahl der Unfälle seit Jahren zu, da es immer mehr ältere Menschen gibt und diese nicht auf ihre Mobilität verzichten wollen. 2009 gab es 268 Unfälle, 2006 waren es nur 233. Wildunfälle: Die Zahl der Wildunfälle sank um 57 auf 691. Der Anteil am Gesamtunfallaufkommen aber liegt immer noch hoch: Gut jeder dritte Unfall ist ein Wildunfall. Unfallflucht: Die Zahl der registrierten Unfallfluchten ging von 281 auf 251 im vergangenen Jahr zurück. Die Aufklärungsquote hingegen stieg von 42 auf fast 48 Prozent. Laut Dauns Polizeichef Heinz-Peter Thiel ist das auch eine "Folge der guten Zusammenarbeit mit der Presse". (mh)