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Trinkwasser wird am Hochkelberg voraussichtlich nicht knapp

Wasserwirtschaft : Versorgung mit  Trinkwasser in der Verbandsgemeinde Kelberg gesichert

Selbst wenn dieser Sommer so trocken wird wie die in den beiden Vorjahren, rechnet Werksleiter Rainer Loscheider nicht mit einem Engpass in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg – unter anderem bedingt durch Corona.

Die gute Nachricht vorneweg: Die Trinkwasserversorgung in der VG Kelberg ist grundsätzlich gesichert. Das sagt Werkleiter Werkleiter Rainer Loscheider. Aber: Ausschließen, dass das so genannte Wasserdargebot – darunter versteht man die zur Verfügung stehende nutzbare Menge an Wasser – bei konstant andauernder Trockenheit knapp wird, kann er nicht.

Die Verbandsgemeinde Kelberg verfügt über vier eigene Gewinnungsanlagen im Umfeld des Hochkelbergs, einem alten vulkanischen Gebiet: die Quellen Köttelbach und Gunderath, bei denen das Grundwasser auf natürliche Weise austritt und die Wassermenge je nach Niederschlagsmenge stark schwankend ist, sowie die Brunnen „Auf dem Rieth“ und „In der Frohnwies“ in Mosbruch.

Aus diesen Brunnen wird das Grundwasser mit Hilfe von Pumpen entnommen. Ist es lange trocken, sinkt naturgemäß der Grundwasserstand des Brunnens. „Die Mosbrucher Brunnen sind nur maximal 40 Meter tief“, erklärt Loscheider. Und setzt sie mit den deutlich tiefer ausgebauten Brunnen in den Verbandsgemeidnen Daun und Gerolstein mit ihren Lava-, Sandstein- und Kalksteinböden in Vergleich. Die in der VG Kelberg vorherrschenden Böden aus Grauwacke und Tonschieferschichten sind sehr schlechte Grundwasserspeicher, erläutert der Werksleiter – „und daher bedeuten tiefere Brunnen bei uns nicht mehr Wasser.“

Die Trinkwasserversorgung sei gesichert, da auch Trinkwasser vom Gruppenwasserwerk Daun und vom Wasserversorgungszweckverband Eifel bezogen werde, betont Loscheider. Wenn sich tatsächlich die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 fortsetzen sollte, so sei die Situation in diesem Jahr dennoch nicht mit den Vorjahren vergleichbar. „Wegen der Corona-Pandemie“, sagt der Werkleiter.

So steige der Wasserverbrauch in der VG Kelberg dann besonders stark an, sagt Loscheider, wenn am Nürburgring Großveranstaltungen wie das 24-Stunden-Rennen, das Festival Rock am Ring oder der Truck Grand Prix stattfänden. „Die Besucher halten sich ja in der ganzen Region auf“, sagt Loscheider. Nun fallen wegen  Corona die Großveranstaltungen aus oder sind – wie das 24-Stunden-Rennen – auf den Herbst verlegt worden (der TV berichtete). Was sich ebenso auf die Wasserversorgungsmenge auswirken wird wie der (derzeit am Boden liegende) Tourismus. So ist zurzeit der Ferienpark in Gunderath noch komplett geschlossen. Und eine konkrete Aussage, wann dort und in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in den anderen Orten wieder Gäste Urlaub machen dürfen und damit wieder deutlich mehr Wasser verbraucht wird, gibt es noch nicht.