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Trost und Ermutigung im Miteinander erleben

Trost und Ermutigung im Miteinander erleben

Seit fünf Jahren begleiten Irmgard Olk und Anja Ruff vom Caritasverband Westeifel in einem monatlichen Gesprächskreis Eltern, die ein Kind verloren haben. Am 1. Oktober laden sie darüber hinaus Betroffene aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Landkreis Vulkaneifel zu einem offenen Trauercafé ein.

Daun/Bitburg. Irmgard Olk und Anja Ruff deuten auf das Bild, das eine Mutter während eines Gesprächskreis-Abends zum Tod ihrer beiden Töchter - die eine durch Krankheit im Kleinkindalter verloren, die andere durch Unfall im jungen Erwachsenenalter - gestaltete. Zu sehen auf dem Bild sind ein Regenbogen und die handgeschrieben Bitten darüber: "Zeigt uns einen Weg, auf dem es weitergeht. Lasst uns mit unserer Liebe nicht allein."
Wenn solche Trauergefühle zum Ausdruck kämen, dürften auch Tränen der Verzweiflung geweint, Wut und andere Empfindungen zum Ausdruck gebracht und Erinnerungen ausgetauscht werden.
"Immer wieder und so lange und so oft, wie die Eltern es mögen", betonen die Diplom-Psychologin Irmgard Olk (54) und die Hospizfachkraft und Trauerbegleiterin Anja Ruff (51). Die beiden Frauen sind seit 1998 (Olk) und seit 2001 (Ruff) beim Caritasverband Westeifel tätig.
Aus den Begegnungen und Erfahrungen mit betroffenen Eltern in der Einzelberatung riefen sie vor fünf Jahren einen Gesprächskreis ins Leben, der seither immer am ersten Mittwoch im Monat in Bitburg stattfindet.
Aus der Bahn geworfen


Es kommen Paare oder einzelne Elternteile, manche nur ein Mal, andere über Jahre hinweg. "Manchmal liegen ja auch Freud und Leid ganz nah beieinander", erzählen sie mit Blick auf jenes Paar, das Zwillinge bekam, von denen ein Kind die Geburt nur um ein paar Stunden überlebte und das andere gesund heranwuchs.
Der Tod eines Angehörigen, und besonders der Tod eines Kindes in den verschiedensten Lebensphasen, sei ein so einschneidendes Erlebnis, dass das Alltagsleben komplett aus der Bahn geworfen werde, betonen Irmgard Olk und Anja Ruff. Die Narbe bleibe, und die Wunde könne sich jederzeit wieder öffnen.
In diesem Sinne richten sich der Gesprächskreis und das offene Trauercafé an alle betroffenen Eltern.
In geschütztem Rahmen können sie zur Ruhe kommen, ihrer Trauer und ihren Nöten Zeit und Raum geben, Erfahrenes teilen, Trost und Ermutigung im Miteinander erleben, Fachliteratur und tröstende Texte kennen lernen. So skizzieren die beiden Begleiterinnen das Anliegen der beiden Angebote. Und sie sagen: "Es werden manchmal auch Tränen gelacht." bb
Extra

Das Trauercafé zum fünfjährigen Bestehen ist am Mittwoch, 1. Oktober, um 18 Uhr beim Caritasverband Westeifel in Bitburg, Brodenheckstraße 1. Besonders neue betroffene Eltern sollen hier eine Möglichkeit zum ersten Kennenlernen haben. Der Gesprächskreis für trauernde Eltern ist immer am ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr, ebenfalls beim Caritasverband in Bitburg. Die nächsten Treffen sind am 5. November und am 3. Dezember. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung und weitere Informationen bei Anja Ruff, Telefon 06561/9671147. bb