Trotz Schnees schauen Skifans in die Röhre

Trotz Schnees schauen Skifans in die Röhre

Der Winter ist da, aber der Jahreszeit entsprechende sportliche Aktivitäten reicht der Schnee nicht. Weder auf der Piste des Skiclubs Daun auf dem Mäuseberg noch am Ernstberg, wo der Ski-Langlauf-Verein noch keine Loipen spuren konnte.

Daun. Das Thermometer am gerade aufgefrischten Ski-Langlauf-Zentrum Ernstberg zeigt einige Grad minus, ein eisiger Wind bläst um den 699 Meter hohen Ernstberg bei Waldkönigen, den zweithöchsten Berg der Eifel. Schnee, so weit das Auge reicht, eine richtige, idyllische Winterlandschaft, mit der man angesichts von zweistelligen Plusgraden beispielsweise an Weihnachten kaum noch gerechnet hätte. "Der Winter hat endlich begonnen. Am 14. Januar fiel der erste Schnee des Jahres 2016 in der Eifel.", heißt es auf der Internetseite des Skilanglaufvereins (SLV) Ernstberg. Klingt vielsprechend für einen baldigen Start der Wintersportsaison, aber die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. "Allerdings reicht der Schnee von aktuell zehn Zentimetern noch nicht zum Präparieren der Loipen", ist zu lesen. Das lange Warten geht weiter für die Skilangläufer. Im vergangenen Jahr konnten die Skilanglauffans schon zur Jahreswende die Bretter unterschnallen, rund drei Wochen lang gab es damals Langlauf-Vergnügen am Ernstberg. Doch diesmal sind die Voraussetzungen schlechter. Ewald Schäfer, stellvertretender SLV-Vorsitzender, erklärt: "Der Schnee ist mit einer Decke von zehn Zentimetern noch relativ dünn, weil der Untergrund nicht gefroren ist und eher nass ist. Der erste Schnee ist regelrecht im Boden versoffen." ´Wie viel Schnee braucht man denn, um die Loipen zu spuren? "Zehn Zentimeter würden uns schon reichen, wenn der Untergrund gefroren ist: Bei der derzeitigen Lage mit dem nassen Untergrund können wir erst bei 15 Zentimetern anfangen zu spuren." Liegt genug Schnee, stehen fünf Loipen mit einer Gesamtlänge von zwölf Kilometern für die Langlauf-Fans zur Verfügung. Und davon gibt es viele, die auch von weit her kommen: "Wer einmal hier war", sagt Ewald Schäfer, "kommt immer wieder". 195 Mitglieder hat der SLV Ernstberg, der von seinen Mitgliedsbeiträgen und der Bewirtung der Gäste in der Skihütte lebt. Bei zehn Zentimern Schnee denkt beim Skiclub Daun noch niemand ans Präparieren der 440 Meter langen Piste auf dem Mäuseberg, gelegen zwischen dem Weinfelder und dem Gemündener Maar. "25 Zentimeter sind erforderlich, vorher brauchen wir gar nicht erst anfangen", sagt der Vorsitzende Peter Schlömer.
Fürs Schlittenfahren hat der Schnee immerhin schon gereicht, aber die Skifahrer müssen sich in Geduld üben. Schlömer hofft, dass es doch noch so gut wird wie 2015, als an 15 Tagen Ski gefahren werden konnte: "Damit konnten wir nicht nur unsere Kosten decken, sondern ein kleines Plus machen". Liegt genug Schnee, kann es zügig gehen mit der Freigabe der Piste: "Alles ist vorbereitet, auf Knopfdruck kann es losgehen." Gut zehn Jahre ist es her, als sehr intensiv über eine Beschneiungsanlage für den Mäuseberg diskutiert wurde. Nach langem Hin und Her legte der Stadtrat das Projekt im April 2008 ad acta. Die Frage nach dem gescheiterten Vorhaben wird Peter Schlömer immer gestellt, wenn die äußeren Bedingungen es hergeben, dass beschneit werden könnte. Aber der langjährige Skiclub-Vorsitzende will sich mit dem Thema nicht mehr lange aufhalten. "Die Chance war da, wir haben unsere Hausaufgaben wie die Finanzierung gemacht, aber es war eben nicht gewollt - Kapitel abgeschlossen."
Wintersport-Wetter-unabhängig kommt bald aber Leben in die vereinseigene Hütte: "Am 20. Februar gibt es eine Après-SkiParty - mit oder ohne Schnee."Extra

Informationen über die Wintersportbedingungen am Mäuseberg gibt es unter 06592/7737 oder im Internet unter www.ski-club-daun.de Die Bedingungen am Ernstberg sind im Internet unter www.slv-ernstberg.de zu erfahren. sts

Mehr von Volksfreund