Trumpfkarte hat (noch) nicht gestochen
Wieder kein Ende des Dauerthemas Ortsumgehung Daun-Steinborn in Sicht: Erst für 2011 besteht eine Chance, dass das 2,5-Millionen-Euro-Projekt in die Neubau-Prioritätenliste des Landes kommt.
Daun-Steinborn. Die Geschichte "Ortsumgehung Steinborn" ist schon eine sehr alte: "Seit 45 Jahren beschäftigt man sich mit dem Thema", weiß der Ortsvorsteher des Dauner Stadtteils, Heinrich Zieverink. Die Ankündigung, dass die Umgehung, für die seit mehr als einem Jahr Baurecht vorliegt, nicht ins Straßenbauprogramm 2009/2010 des Landes aufgenommen wird (der TV berichtete), ist für ihn "eine große Enttäuschung". Er habe auf einen Zuschlag gehofft, denn für ihn steht fest: "Die meisten Steinborner hätten einen Vorteil davon."
Viele Anlieger sehen die Neuerung skeptisch
Zwar ist das Baurecht da, aber die vom Land bereit gestellten Mittel für Neubau-Projekte sind begrenzt: Für 2009 sind es rund zehn Millionen, für 2010 rund 13 Millionen Euro. Die Kosten für die Umgehung Steinborn allein werden vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein auf rund 2,5 Millionen Euro beziffert.
LBM-Leiter Harald Enders hatte im Herbst vergangenen Jahres das Baurecht noch als eine "Trumpfkarte" für eine mögliche Aufnahme des Projekts ins Landesstraßenbauprogramm 2009/2010 bezeichnet. Dass das nicht geklappt hat, ist für ihn keine Enttäuschung, sondern ein "positiver Zwischenerfolg", sei doch in Aussicht gestellt worden, dass die Umgehung in die Prioritätenliste für 2011 aufgenommen werde. Für Enders ist die Trumpfkarte weiter vorhanden, nur habe sie "noch nicht gestochen".
Die aktuelle Variante mit einem Kostenvolumen von rund 2,5 Millionen ist schon eine abgespeckte, denn die große Lösung einer Umfahrung von Steinborn über Neunkirchen nach Pützborn ist schon lange vom Tisch. Baurecht besteht für die Variante, bei der rund 500 Meter Straße neu zu bauen wären: vom Ortseingang Steinborn bis zur Kreisstraße 11, die dann - zu einer Landesstraße aufgestuft - bis zur Bundesstraße 410 (Antennenfeld) ausgebaut würde.
Aber viele der Anlieger in der Pützbachstraße stehen dem sehr skeptisch gegenüber. Deren Bedenken zu zerstreuen, könnte in einem Gespräch geschehen, das LBM-Chef Enders vorschlägt. "Die Zeit bis zur Aufstellung des Bauprogramms 2011/2012 des Landes sollte genutzt werden, um zu klären: Was geschieht mit der Pützbachstraße? Wie kann der Verkehr dort erträglich gestaltet werden?"
Vorschlägen wie einem verkehrsberuhigten Ausbau und der Sperrung für LKW stehe der LBM aufgeschlossen gegenüber. Enders: "Das ist aus unserer Sicht die einzig sinnvolle Regelung." Der LBM habe eine Voraussetzung bereits geschaffen, denn die erforderlichen Grundstücke seien bereits in Landeseigentum.
Allerdings sei es nicht am LBM, einen nächsten Schritt zu tun, denn erforderlich sei ein Planungsauftrag des Kreises Vulkaneifel, der der sogenannte Baulastträger für das Projekt sei.
Meinung
Keine Lösung, keine Umgehung
Es ist wieder mal eine Frage der Perspektive: Sind es zwei gewonnene oder zwei verlorene Jahre bei der Umsetzung des Projekts Umgehung Steinborn? Auf jeden Fall dürfen sie nicht völlig tatenlos verstreichen, denn nach wie vor gilt: Kommen die unterschiedlichen Lager im Dorf zu einem Kompromiss, besteht eine echte Chance zur Realisierung; kommt es zu keiner Lösung, ist das Thema wohl endgültig vom Tisch. Zu einer Entscheidung zu kommen, sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden, denn ein weiteres Hin und Her bringt nichts. Kommt man nicht zu einer einvernehmlichen Lösung, gibt es eben keine Umgehung. s.sartoris@volksfreund.de