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Tschüss Eifel, willkommen Belgien

Tschüss Eifel, willkommen Belgien

Abschied vom größten Ferienpark in Rheinland-Pfalz: Nach etwas mehr als drei Jahren endet die Amtszeit von Jos Kruiter als Chef des Center Parcs Eifel in Gunderath. Der Niederländer geht nach Belgien, wer ihm nachfolgt, ist noch nicht geklärt.

Gunderath/Kelberg. "Die drei Jahre hier kommen mir vor wie vorbeigeflogen", sagt Jos Kruiter, der Geschäftsführer des Ferienparks in Gunderath. Seit 2013 steht der 36 Jahre alte Niederländer an der Spitze eines touristischen "Schwergewichts": Mit mehr als 400 000 Übernachtungen trägt der Park den Löwenanteil der Gästezahlen im Kreis Vulkaneifel bei. Für Kruiter sind die Tage in der Eifel gezählt: "Ab dem 5. September übernehme ich die Stelle des General Manager im Center Parcs Park Erperheide in Belgien."
Wechseln gehört zum Geschäft


In seiner Branche gehört der Wechsel zum Geschäft: Er hat unter anderem schon in Hamburg, Amsterdam, London und Maastricht gearbeitet. Nun der nächste Karriereschritt, in dem er einen größeren Park innerhalb des Unternehmens übernimmt. Er wertet seine Zeit in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg als "erfolgreiche Jahre für den Park". So sei es gelungen, die Zahl der Übernachtungen von 390 000 auf 420 000 zu steigern, "und so weit wir schon vorausschauen können, hält dieser Trend an." Der nur wenige Kilometer entfernte Nürburgring spielt für den Park eine große Rolle: "Die Großveranstaltungen wie das 24-Stunden-Rennen oder der Truck-Grand-Prix bescheren uns viele Gäste." Umso mehr bedauert er, dass ein anderes Großereignis weggefallen ist: "Die Formel 1 fehlt uns sehr."
Die Zeiten, in denen der Park fest in niederländischer Hand war, sind lange vorbei. "60 Prozent unserer Gäste stammen aus Deutschland, 30 Prozent aus meinem Heimatland", berichtet der Geschäftsführer. 460 Häuser hat der Park, in Spitzenzeiten wie in den Sommerferien werden rund 2000 Gäste beherbergt: "Wir gehören dann wohl zu den größten Dörfern im Kreis Vulkaneifel."
Der "Quasi-Bürgermeister"


Kein Wunder, dass sich Kruiter "quasi auch als Bürgermeister" fühlt. Wohl auch, weil er in der Kommunalpolitik mitgemischt hat, als er sich in der im Kelberger Land sehr kontrovers geführten Windkraft-Diskussion positioniert hat. "Center Parcs ist nicht generell gegen Windkraft. Es bereitet uns aber große Sorge, wenn direkt oberhalb des Parks vier Windräder aufgestellt würden. Dagegen haben wir uns ausgesprochen." Eine Entscheidung über mögliche Standorte für Windräder ist noch nicht gefallen, deshalb will Kruiter die Entwicklung weiter verfolgen, auch weil noch nicht absehbar ist, wann sein vakanter Chefsessel wieder besetzt wird.
Wenn der Park gut belegt ist, freut sich auch die Tourismus GmbH Oberes Elztal. Ihr gehören die Gemeinden Gunderath, Sassen und Uersfeld, der Center Parcs Eifel und der Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Uersfeld und Umgebung an. Finanziert wird die GmbH durch einen Teil der Einnahmen aus einer freiwilligen Abgabe, die der Park von den Gästen erhebt. So sind bereits einige Projekte realisiert worden, wie beispielsweise der Bau eines Aussichtsturms in Sassen (der TV berichtete). Kruiter: "Es sind viele Vorhaben umgesetzt worden, von denen Gäste und Einheimische profitieren."
Auch wenn er sich nach eigenem Bekunden in der Eifel "sehr wohl gefühlt" hat, sein neuer Arbeitsplatz hat auch Vorteile - die Wochenendbeziehung hat ein Ende. Kruiter kann künftig wieder jeden Abend in seinem eigenen Bett in Maastricht (40 Autominuten vom Park, den er ab September leitet) schlafen. Dort lebt er mit seiner Freundin, einer Hotelmanagerin.Extra

 Verabschiedet sich in Kürze von der Eifel: Jos Kruiter wird im September Chef eines Parks in Belgien. TV-Foto: Stephan Sartoris
Verabschiedet sich in Kürze von der Eifel: Jos Kruiter wird im September Chef eines Parks in Belgien. TV-Foto: Stephan Sartoris Foto: (e_daun )

Der Ferienpark in Gunderath ist 1979 eröffnet worden und hat in den vergangenen fast 40 Jahren zahlreiche Besitzerwechsel hinter sich. Heute gehört er zu Center Parcs, eine Firma mit Ferienparks in Belgien, Deutschland, England, Frankreich und den Niederlanden. Sie gehört zur französischen Firma Pierre et Vacances. Voraussichtlich Ende 2018 wird die sechste Anlage des Unternehmens in Deutschland (Leutkirch im Allgäu) eröffnet. sts