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Tschüss Hartplatz, willkommen Kunstrasen

Tschüss Hartplatz, willkommen Kunstrasen

Endlich bekommt die Pulvermaargemeinde Gillenfeld auch einen Kunstrasenplatz. Bis September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, rund 700 000 Euro werden investiert. Den Großteil der Summe steuert die Verbandsgemeinde Daun bei.

Gillenfeld. Dass der Gillenfelder Sportplatz - Baujahr 1978 - seine besten Jahre hinter sich hat, ist lange bekannt. Schon vor Jahren wurde der Plan entwickelt, den bestehenden Hart- in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. 2013 und 2014 stand das Projekt ganz oben auf der Prioritätenliste des Kreises für große Sportvorhaben. Früher war diese Platzierung wichtig, denn nur so war an eine bisweilen stattliche Landesförderung zu kommen. Die Zeiten sind allerdings vorbei: Der Zuschuss aus Mainz ist mittlerweile auf 100 000 Euro gedeckelt. Trotzdem wird das Projekt nun umgesetzt, die Arbeiten haben vor Kurzem begonnen.

700 000 Euro Kosten


Trotz intensiver Pflegemaßnahmen und einer Teilrenovierung vor zehn Jahren ist der Belag vollständig abgenutzt, sodass eine Wasserdurchlässigkeit kaum noch gegeben ist. Bei trockener Witterung entsteht enorm viel Staub. Selbst eine intensive Beregnung in den Sommermonaten kann hier keine Abhilfe mehr schaffen, sondern verursacht unangemessen hohe Kosten für den Wasserverbrauch", erklärt Arnold Schneider, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Daun.
Der Platz steht in der Trägerschaft der VG Daun, die sich deshalb auch Gedanken machen musste, wie es weitergeht. Neben der Nutzung durch die Gillenfelder Schule wird der Sportplatz hauptsächlich vom Sportverein Gillenfeld, der Spielgemeinschaft SG Alfbachtal und den Sportvereinen aus Demerath, Strotzbüsch und Brockscheid genutzt. "Es war die Frage, ob man den Platz noch sanieren sollte oder nicht", sagt Schneider.
Der Ausgang dieser Überlegungen ist derzeit zu besichtigen: tschüss Hartplatz, willkommen Kunstrasen. "Mit der Umwandlung der zentralen Sportanlage in ein Kunstrasenspielfeld mit einer Kurzstreckenlaufbahn und Weitsprunganlage werden optimale Trainings- und Wettkampfverhältnisse für den Schul- und Vereinssport geschaffen", sagt der Büroleiter. Neben dem eigentlichen Platz wird die 110 Meter lange Kurzstreckenlaufbahn und die Anlaufbahn der Weitsprunganlage einen Kunststoffbelag erhalten.
Die Gesamtkosten: rund 700 000 Euro. Was über die 100 000 Euro vom Landeszuschuss geht, übernimmt die VG. "Wofür wir sehr dankbar sind", sagt der Bürgermeister des 1500-Einwohner-Orts, Karl-Heinz Schlifter. Denn die finanziell gebeutelte Gemeinde muss sich an den Kosten nicht beteiligen.
Vorgesehen ist jedoch eine Beteiligung des Sportvereins Gillenfeld durch Eigenleistungen wie das Verlegen von Pflaster und Ähnliches.
Anfang September soll das Bauprojekt abgeschlossen sein.Meinung

Klares Bekenntnis
Es war sicher keine leichte Entscheidung bei den Verantwortlichen in der Verbandsgemeinde Daun, so viel Geld für das Projekt in Gillenfeld bereitzustellen. Eine große Summe, die auch große symbolische Bedeutung hat, ist es doch ein klares Bekenntnis, vor allem auch zum Schulstandort Gillenfeld. Man hätte es sich vor Jahren auch leicht machen und den Schulbetrieb Schritt für Schritt zurückfahren können. Aber was wäre das für ein Signal gewesen für den südlichen Teil des Kreises Vulkaneifel! Klar, es ist eine Menge (Steuer-)Geld, das investiert wird. Aber wo sonst ist es denn besser angelegt als in die Infrastruktur für die Jugend? s.sartoris@volksfreund.de