„Tschüss Tonne, die Container kommen“, heißt es in der Vulkaneifel

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfallwirtschaft : Tschüss Tonne, die Container kommen in der Vulkaneifel (Standort-Grafik zum Download)

Biotüten wandern künftig in die 770-Liter-Behältnisse,mit deren Aufstellung in der kommenden Woche im Kreis Vulkaneifel begonnen wird. In einer Grafik, die sie herunterladen können, zeigt volksfreund.de die Standorte der Container.

Noch ein paar Tage, dann ist das Kapitel Biomülltonne im Kreis Vulkaneifel trotz heftiger Kritik aus der Bevölkerung nach etwas mehr als 20 Jahren beendet. Viele Einwohner schätzen das bewährte System und dessen Flexibilität. So ist es möglich, dass, wer Eigenkompostierung betreibt, auf die Biotonne verzichten kann, was die Mehrheit der Bürger im Vulkaneifelkreis getan. 43 Prozent der Bürger des Kreises nutzen die Tonne.

Doch nun wird ein sogenanntes Bringsystem installiert. Das heißt, die Bürger sollen künftig den organischen Abfall in die – so der offizielle Begriff – Biogut-Sammelcontainer werfen. Nach Mitteilung des Zweckverbands Abfallwirtschaft in der Region Trier (ART), zu dem die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und die Stadt Trier gehören, werden die 770-Liter-Behältnisse ab der kommenden Woche aufgestellt. „Dann sind in Teilen des Kreises die letzten Biotonnen-Abfuhren, danach muss für die Bevölkerung eine Alternative vorhanden sein“, erklärt ART-Sprecherin Kerstin Kielholtz. Die Container werden wöchentlich geleert, für die braunen Tonnen galt ein Zwei-Wochen-Rhythmus.

Haben denn schon alle 109 zum Kreis gehörenden Orte Standorte für die Container gemeldet? Beim ART spricht man von mittlerweile um die 300 Standorte, „und es werden ständig mehr“, sagt Kielholtz. Man habe bei den Gemeinden, die sich noch nicht gemeldet haben, nachgehakt.

In Kontakt mit dem Zweckverband ist auch das 240-Einwohner-Dorf Mückeln in der Verbandsgemeinde Daun. Allerdings geht es dabei weniger um Standorte, sondern Rahmenbedingungen.

„Wir haben zwei Plätze gemeldet, einen auf gemeindeeigenem, einen auf kreiseigenem Gelände“, berichtet Ortsbürgermeister Erwin Steffes. „Sollte ein Container auf unseren Grund und Boden kommen, wollen wir eine Vereinbarung mit dem ART“, sagt Orts-Chef Steffes und erklärt: „Diese Vereinbarung soll eine jährliche Miete für unser Grundstück beinhalten, und es soll geklärt sein, wer die Kosten für die Verkehrssicherungspflicht übernimmt.“

Sein Standpunkt ist eindeutig: „Uns gehört das Gelände, also bestimmen wir, was passiert.“ Schließlich gäbe es eine solche Vereinbarung für den Glascontainer – warum dann nicht auch für die Biomüll-Container?

Geld vom ART ist aber nicht zu erwarten: „Wir zahlen einen gewisse Summe für die sogenannten Wertstoffinseln an die Verbandsgemeinden“, sagt die Verbandssprecherin und erklärt: „Was finanzielle Dinge angeht, ist die jeweilige Verbandsgemeinde Ansprechpartnerin für die Ortsgemeinden.“

In den Orten ist man sehr unterschiedlich bei der Zahl der Standorte vorgegangen. So hat man in Jünkerath mit 1800 Einwohnern gut 30 Container geordert, in Kelberg mit rund 2000 Einwohnern hingegen  sieben, zwei im Ort selbst und jeweils einer in den Ortsteilen. Für die Kernstadt Daun (also ohne die Stadtteile) sind 20 Standorte gemeldet worden, in Gerolstein steht die endgültige Festlegung noch aus. „Sieben haben wir schon gemeldet, aber wir werden uns am 18. Dezember nochmal mit dem Thema beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass dann noch einige hinzukommen“, sagt Stadtbürgermeister Uwe Schneider.

Gerolstein wird sich nicht an der Formel „Ein Container auf 100 Einwohner“ orientieren, sondern darauf achten, dass es für die Bürger nicht zu weite Wege zu einem Container gibt.

„Wir wollen eine vernünftige Mischung zwischen Service für die Bürger und einem nach wie vor attraktiven Erscheinungsbild der Stadt“, sagt Schneider.

Er ist auch für die Standort-Vorschläge aus der Bürgerschaft dankbar: „Wir können jederzeit Plätze nachmelden, es müssen aber welche auf städtischem Gelände sein.“

Ab dem 1. Januar gilt die neue Gebühren- und Abfallordnung, verbunden damit ist, dass es für die Bürger im Kreis Vulkaneifel durch die Bank teurer wird. Einheitliche Preise in der Region gibt es noch nicht: So wird die 80-Liter-Restmülltonne ab 2020 im Kreis Trier-Saarburg 78,44 Euro im Jahr kosten, im Kreis Bitburg-Prüm 81,65 und im Kreis Vulkaneifel 110,44. „Spitzenreiter“ ist der Kreis Bernkastel-Wittlich mit 124,67 Euro.

Eine Liste mit den bisher vorgesehenen Standorten der Biogut-Sammelcontainer im Kreis Vulkaneifel finden sie hier zum Download.