Turnhalle an Realschule Gerolstein könnte doch noch Realität werden

Gerolstein · Die Verbandsgemeinde Gerolstein ist zuversichtlich, dass der Neubau einer Turnhalle an der Realschule plus in Gerolstein doch noch zeitnah realisiert wird. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hat ihre Ablehnung des knapp vier Millionen Euro teuren Vorhabens relativiert: Erst solle der Schulentwicklungsplan abgewartet und dann erneut über den Bedarf entschieden werden.

Gerolstein. Bis Ende des vergangenen Jahres hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als zuständige Schulbehörde stets strikt nein zu einer neuen Turnhalle für die Realschule plus in Gerolstein gesagt. Ihre Argumentation: Es bestehe kein Bedarf für einen Neubau. Vielmehr könne der Schulsport auch durch Kooperationen mit anderen Schulen sowie der Nutzung des Schwimmbads und der Außensportanlage sichergestellt werden. Schulleitung, Schulträger und Elternschaft haben darauf verärgert und empört reagiert (der TV berichtete).
Kriterium: Schülerzahlen


Und nicht lockergelassen. Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein, der nach eigenem Bekunden mit der ADD-Präsidentin vor einigen Wochen über das Turnhallen-Projekt gesprochen hat, ist nun wieder etwas besser gestimmt. Er sagt: "Wir sind jetzt bereits ein Stück weiter. Die ADD ist von ihrem Nein abgerückt und sagt nun: ‚Der Bau der Turnhalle hängt von der Entwicklung den Schülerzahlen ab.\'" Zunächst solle der Schulentwicklungsplan abgewartet werden.
Den hat der Kreis im vergangenen Jahr beauftragt. Kurz vor Weihnachten sind dann die ersten Ergebnisse präsentiert worden. Die bezogen sich aber primär auf den Antrag der Hillesheimer, an der dortigen Realschule einen Fachoberschulzweig anzusiedeln - was letztlich von den Planern nicht empfohlen und dann auch vom Kreistag abgelehnt worden war.
Plan soll Anfang April fertig sein


Der komplette Plan sollte laut Mitteilung des Landrats zu Beginn dieses Jahres fertig sein und vorgestellt werden. Das ist aber bis heute nicht geschehen. Auf TV-Anfrage teilte die Kreisverwaltung nun mit: "Wir rechnen derzeit Anfang April mit der Fertigstellung."
Gerolsteins Bürgermeister gibt sich optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass der Schulentwicklungsplan unsere Ansicht und letztlich den Bedarf einer Zweifeld-Sporthalle bestätigen wird."
Die Argumente von Schulträger und Schulleitung sind die gleichen wie bei der erstmaligen Antragstellung. Eine Einfeldsporthalle, die vor 50 Jahren für eine Volks- oder Hauptschule gebaut wurde, sei für eine moderne Schule mit deutlich gestiegenen Anforderungen nicht ausreichend.
Schulleiter Günter Mehles sagt: "Der Schulsport kann schon seit Jahren trotz der Mitnutzung der Halle an der Grundschule Waldstraße nicht ordnungsgemäß unterrichtet werden." Nicht nur für die Bewältigung des Alltags, sondern auch für die Entwicklung der Schule ist eine neue Turnhalle nach Ansicht von Bürgermeister Pauly "unentbehrlich". Er geht davon aus, "dass wir 2015 in das Projekt einsteigen".
Die ADD sagt zum aktuellen Stand der Dinge: "Bislang ist noch keine abschließende Entscheidung über eine Förderfähigkeit aus Mitteln der Landesschulbauprogramme getroffen worden, der Abstimmungsprozess zwischen dem Schulträger und der ADD wird fortgesetzt."
Die ADD weist aber weiter darauf hin, dass im Stadtgebiet Gerolstein den fünf ansässigen Schulen vier Schulsporthallen (neun Übungseinheiten), ein Schwimmbad sowie Außensportanlagen zur Verfügung stehen.
Eine Landesförderung komme dann infrage, wenn "ein schulisch begründeter dauerhafter Mehrbedarf nachgewiesen wird". Daher werde der Schulentwicklungsplan abgewartet. Grundsätzlich habe aber die optimale Nutzung vorhandener Schulräume Vorrang vor Neubaumaßnahmen.Extra

Nach dem Willen der Verbandsgemeinde als Schulträger soll an der Grund- und Realschule plus in Gerolstein eine Zweifeld-Sporthalle gebaut werden. Das Vorhaben ist mit 3,85 Millionen Euro veranschlagt, war bereits im Haushalt 2013 verankert, und ist auch dieses Jahr die größte geplante Investition der VG Gerolstein. Für die Kalkulation hat die Verwaltung die Kosten der vergleichbaren neuen Turnhalle in Kelberg samt der geflossenen Zuschüsse (Land: knapp 1,5 Millionen Euro, Kreis: gut 350 000 Euro) herangezogen. Bliebe ein Eigenanteil der VG von knapp zwei Millionen Euro. mh