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Tus Ahbach setzt auf Kunstrasen

Tus Ahbach setzt auf Kunstrasen

Freude beim Tus Ahbach, Enttäuschung in Mehren: Der Verein aus der Verbandsgemeinde Hillesheim steht mit seinem Vorhaben, den Sportplatz umzuwandeln, nun auf dem ersten Platz der Prioritätenliste, die der Jugendhilfeausschuss festgelegt hat. Dort stand bislang Mehren, wo man die Rückstufung kein Verständnis hat.

Üxheim/Mehren. Viel mehr Zeit als in der Vergangenheit hat sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises in diesem Jahr für die Erstellung der Prioritätenliste der kleineren Sportstättenprojekte für 2013 genommen. Genauer gesagt: Nicht der ganze Ausschuss, sondern ein in der Sitzung im Juni eingesetzter Arbeitskreis (AK). Damals war das Gremium dem Vorschlag des Ausschussmitglieds und Vorsitzenden des Sportkreises Vulkaneifel, Friedbert Wißkirchen, gefolgt, einen AK zu bilden. Wißkirchen hatte argumentiert, dass angesichts der Vielzahl der Anträge (sieben) eine gründlichere Prüfung nötig sei, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Einen Tag lang auf Tour: Gesagt, getan: Die AK-Mitglieder haben die Unterlagen ausgewertet und sich an einem Tag vor Ort über alle Projekte informiert. Wie ist der Zustand der Plätze und Gebäude? Wie häufig werden sie genutzt? Wie viele Mitglieder hat der Verein? Gibt es Alternativen? Ist die Finanzierung realistisch?: Das waren einige der Fragen, die der AK gestellt hat. Das grundsätzliche Fazit: Bei allen Vorhaben, die angemeldet worden sind, besteht kurz- oder mittelfristig Handlungsbedarf.

Verschiebung nach Besichtigungen: In der Liste hat sich eine Verschiebung ergeben: Die Sanierung des Mehrener Sportplatzes, bislang auf dem ersten Platz der Prioritätenliste, steht nun auf dem zweiten Platz. Ganz oben rangiert der Tus Ahbach. Der Verein entstand 1973 beim Zusammenschluss des SV Kerpen-Niederehe und SV Leudersdorf. Er will für etwa 430 000 Euro den Sportplatz in Üxheim-Leudersdorf in eine Kunstrasenanlage umwandeln. Das Areal wird stark genutzt: 13 Mannschaften des Tus waren in der Saison 2011/2012 im Einsatz. "Dass wir jetzt auf dem ersten Platz stehen, empfinden wir als sehr positiv", sagt Siegfried Schmitz vom Tus. "Es ist noch einiges zu tun, aber wir sind guter Dinge, mit Unterstützung aller Beteiligten vielleicht im kommenden Jahr loslegen zu können." Seine Freude ist verständlich, denn nur das Projekt, das auf dem ersten Platz auf der Prioritätenliste steht, hat Aussicht auf Förderung durch das Land. Aber das ist für 2013 nicht sicher, denn nach derzeitigem Stand besteht kaum Aussicht auf Unterstützung aus Mainz.
Eine Sanierung oder Neubau der Mehrener Anlage ist aus Sicht des Arbeitskreises "ohne Zweifel dringlich". Fraglich sei aber, ob die für einen Kunstrasenplatz erforderlichen Nutzungsstunden (1800) erreicht würden. Denn die Zahl der am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften sei von neun (Saison 2009/2010) auf sechs (2011/2012) gesunken. Die Enttäuschung in Mehren ist laut Ortsbürgermeister Josef Ring, der auch Vorsitzender des Sportvereins ist, "riesengroß. Wir haben kein Verständnis dafür, dass unser Projekt zurückgestuft wurde". Er kündigt an, mögliche Schritte gegen diese Entscheidung zu prüfen: "Einfach hinnehmen wollen wir es nicht."

Hoffnungsschimmer: Einen neuen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Der Leiter der Kommunalaufsicht des Kreises, Günter Willems, informierte darüber, dass das Land eine Pauschalfinanzierung für Kunstrasenprojekte plant. In welcher Größenordnung steht noch nicht fest.Meinung

Der richtige Weg
Die Entscheidung, einen Arbeitskreis einzurichten, der die Sportstättenprojekte genau unter die Lupe nimmt, war der richtige Weg. Denn sind die nackten Fakten aus den Anträgen mit der Realität abgeglichen worden, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Weiterer positiver Nebeneffekt bei dieser Vorgehensweise: Die Gemeinden oder Vereine sind vom Arbeitskreis auf Stärken und Schwächen ihrer Bewerbungen hingewiesen worden. Und auch Alternativen sind aufgezeigt worden: So hat der FC Oberbettingen sein Umkleidegebäude-Projekt zurückgezogen und bekommt Unterstützung vom Sportbund Rheinland, und das schneller, als wenn es über die Prioritätenliste des Kreises möglich gewesen wäre. s.sartoris@volksfreund.deExtra

Über Großprojekte im Bereich Sportstätten hat der Jugendhilfeausschuss schon im Juni entschieden. Schwer fiel sie nicht, die Entscheidung, denn es lag nur eine Bewerbung vor: die der Verbandsgemeinde Daun mit ihrer zentralen Sportanlage in Gillenfeld. Geplant ist, dass der bestehende Hart- in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden soll. Zudem ist eine Erneuerung der Laufbahn vorgesehen: Kostenpunkt: 770 000 Euro. Offen ist allerdings, ob und wann das Vorhaben vom Land gefördert wird. sts