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Überfall auf Mann in Schutz: Angeklagter steht vor Gericht in Trier

Justiz : Überfall auf Mann in Schutz: Angeklagter steht vor Gericht

Vor dem Landgericht Trier hat das Verfahren gegen einen Mann begonnen, der einen Mann in Schutz (Vulkaneifelkreis) erpresst und überfallen haben soll.

Dem Angeklagten (46), der vor dem Landgericht Trier steht, werden zwei Delikte vorgeworfen: schwere räuberische Erpressung und Körperverletzung.  In der Anklage  von Staatsanwältin Susanne de Renet heißt es: „Am 22. Dezember  drang der Angeklagte zunächst gewaltsam in das Anwesen des Geschädigten in Schutz/Vulkaneifelkreis ein, bei dem er vom 25. August bis 1. Dezember 2019 gewohnt hatte. Im Haus schlug er  sofort mit den Fäusten auf dessen Kopf ein und verlangte seine Ausweispapiere und Kleidungsstücke heraus. Anschließend ergriff er einen Schraubendreher und ein Messer aus der Küche und forderte die Herausgabe des im Haus vorhanden  Bargeldes, worauf ihm der Überfallene rund 200 Euro aushändigte. Bei seiner anschließenden Fluch nahm der Angeklagte noch das I-Phone des Überfallenen mit.“

Nach einer Fahndung spürte  die Polizei den Angeklagten auf einem Feld zwischen Heuballen auf. Vor der Dritten Großen Strafkammer berichtet ein Polizist als Zeuge: „Er war gerade dabei, sich mit dem Messer die Pulsadern aufzuschneiden.“

Das Überfallopfer – ein Schwede, der in Köln arbeitet – erlitt mehrere Prellungen und eine Platzwunde an der Stirn.  Der Mann, der vor Gericht als Nebenkläger auftritt, sagt, er leide noch heute an Angstzuständen und Albträumen und werde psychologisch betreut. Dann schildert er, dass er den  Angeklagten über ein Portal für Homosexuelle kennengelernt habe. Dies bestätigen beide.

Dort habe man offenbar vereinbart, dass der heutige Angeklagte, der aus Albanien stammt und zuletzt in Luxemburg wohnte, wo er nach eignen Angaben auch eine Freundin hatte, auf das Anwesen in Schutz ziehe und dort bei freier Kost und Logis beim Umbau des Gebäudes helfen solle. Unklar bleibt, ob eine Geldvergütung vereinbart war und ob es zu sexuellen Kontakten kam. Beim Geld sagt der Angeklagte „Ja“ und verneint den Sexkontakt; genau umgekehrt sagt der Geschädigte aus.

Der Angeklagte, der schon mal verheiratet war und nach eigenen Angaben bereits in Luxemburg einen Suizidversuch mit Tabletten überlebt hat, bestreitet, dass die bei ihm gefundenen 200 Euro vom Opfer stammen. Sie seien von seiner Freundin in Luxemburg.  Das Messer  habe er „nur in die Tasche gesteckt – das war für meinen Selbstmord bestimmt“. Das Handy sei der Ersatz für sein eigenes gewesen, das ihm der andere kaputtgemacht habe. Ein Beamter als Zeuge sagt dagegen aus: „Uns hat er nach der Festnahme erzählt, dass ihm das Geld aus der Arbeit beim  Geschädigten zustand.“

Das Opfer schildert, wie er die Aufnahme des Angeklagten auf seinem Anwesen schnell bereut habe. „Der Mann ist jähzornig, kann plötzlich aggressiv werden und hat dann einen ganz anderen Blick“, sagt er. Am 1. Dezember 2019 sei es ihm gelungen, den „Gast“ rauszuwerfen. Dieser habe im Abgang gedroht, seine Katzen und und die Nachbarin zu töten. 22 Tage später soll er gegen die Haustür getrommelt und sie mitsamt dem Hausherrn in Richtung Flur gedrückt haben.

Das Drama habe mit den Faustschlägen und Tritten begonnen. Der Geschädigte: „Dann ist er nach oben gegangen, wohl, um Geld zu suchen. Mir gelang es inzwischen von außen, per Festnetz die Nachbarin anzurufen, die die Polizei verständigte.“ Aus Angst um die Katzen sei er wieder rein und dort mit Messer und Schraubendreher bedroht worden. Um ihn zu beruhigen, habe er dem Täter das Geld gegeben und erst, als dieser weg war,  gemerkt, dass  sein I-Phone weg war. Mit dieser Aussage endet der erste Tag des Prozesses vor dem Trierer Landgericht, der  am 10. Juni, 9 Uhr, fortgesetzt werden soll.