Üdersdorfer Lungenpatient engagiert sich für Leidensgenossen

Menschen : Solidarität und ein ganzes Fußballfeld

Seit die Transplantation eines Lungenflügels Dieter Schommers aus Üdersdorf das Leben gerettet hat, engagiert er sich für die Forschung und für Leidensgenossen. Sein neuestes Projekt ist eine Taschensammelaktion.

Die jüngste Kontrolluntersuchung an der Universitätsklinik Homburg liegt beim Besuch des Trierischen Volksfreunds erst ein paar Tage hinter Dieter Schommers. „Alles im grünen Bereich“, sagt der 55-Jährige, dem die Transplantation eines Lungenflügels vor drei Jahren das Leben rettete (siehe Hintergrund). Dass er „gut dran“ sei, gebe ihm die Kraft, sich für die Lungenforschung und für Leidensgenossen zu engagieren. So wie schon im Vorjahr mit einem Benefiz-Menü im Dauner Hotel Grafenwald (der TV berichtete), wo Schommers bis zur Diagnose „Idiopathische Lungenfibrose“ (IPF) im Sommer 2015 als Koch arbeitete. Nun also eine Taschensammelaktion.

Seit die Saarbrücker Zeitung, zu deren Einzugsbereich Homburg mit der für Dieter Schommers zuständigen Uniklinik gehört, kürzlich über die Sammelaktion des Üdersdorfers schrieb, treffen aus dem Saarland beinahe täglich Postsendungen mit Taschen bei ihm und seiner Ehefrau Sabine ein – mit Stückzahlen von drei bis 300.

Inzwischen spricht sich das Projekt aber auch in der Vulkaneifel herum; die beiden erwachsenen Töchter und Freunde machten es publik. So werden die begehrten Sammelobjekte nun auch schon mal direkt an der Haustür abgegeben. „Wie ein Stein, der im Wasser Kreise zieht“, meint Dieter Schommers. Etwa 2500 Stück sind es bis jetzt.

Doch das ist erst der Anfang. Denn Dieter Schommers hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Um auf das Organspenden generell aufmerksam zu machen und um Spenden für die Lungenforschung und zur Unterstützung von Patienten der Lungenfachabteilung an der Universitätsklinik Homburg zu beschaffen, will er so lange Taschen sammeln, bis er damit ein ganzes Fußballfeld („am liebsten ein Bundesliga-Spielfeld mit 7200 Quadratmetern“) auslegen kann. Dafür – so hat er ausgerechnet – werden zwischen 45 000 und 50 000 Taschen benötigt.

Bringt er diese Anzahl zusammen („am liebsten innerhalb des nächsten halben Jahres“), könnte er einen Eintrag in das Guinnessbuch der Weltrekorde schaffen. Und zudem im Zuge der anschließend geplanten Versteigerung das Spendenkonto aufstocken.

Gesammelt werden Taschen aus Papier, Stoff und Gewebe, die man flach auslegen kann. „Bitte keine Handtaschen, Reisetaschen, Rucksäcke oder ähnliches“, betont Dieter Schommers, um Missverständnissen vorzubeugen.

Was ihn zu seinem Engagement bewege, sei Dankbarkeit, erklärt er. Etwa für die Kunst der Ärzte. Dem unbekannten Spender eines Lungenflügels kann Schommers keinen Dank zollen. „Aber den Patienten auf der Lungenfachstation in Homburg kann ich eine Freude machen oder sie finanziell unterstützen, wenn die eigenen Mittel zum Beispiel wegen der vielen Fahrtkosten knapp werden“, erklärt er. So wie er es am Nikolaustag im vorigen Jahr machte mit dem Erlös aus dem oben erwähnten Benefiz-Menü.

Wer Taschen für das Projekt von Dieter Schommers zur Verfügung stellen möchte, kann sich postalisch, telefonisch oder per E-Mail an ihn wenden. Postadresse: Alte Schulstraße 10, 54552 Üdersdorf, Telefon: 06596/1563 und 0172/9582789, E-Mail: SHG-OrganspendeDS@t-online.de. Bei der Kreissparkasse Vulkaneifel besteht ein Spendenkonto mit der IBAN DE26 5865 1240 0300 2454 46 zugunsten des Lungentransplantationszentrums an der Universitätsklinik Homburg.

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