Uersfelder finden sich mit Bankfilialen-Schließung ab
Uersfeld · Gegen die Entscheidung der Volksbank (Voba) RheinAhrEifel, ihre Zweigstelle in Uersfeld am 31. März zu schließen, hat sich im Ort kaum Protest geregt. Ganz weg will das Unternehmen auch nicht: Es wird nach einem Standort für eine Automatenfiliale gesucht.
Uersfeld. Für die Uersfelder Bevölkerung ist die Schließung der Volksbank-Filiale in ihrem Dorf ganz offensichtlich abgehakt, nimmt man die Beteiligung der eigens zu diesem Thema anberaumten Bürgerversammlung als Beleg.Kein leichter Entschluss
Denn nur gut 20 Bürger (darunter ein großer Teil des Gemeinderats) des 700-Einwohner-Orts waren gekommen. Die Voba hingegen hatte gleich das komplette Führungstrio - Vorstandsvorsitzender Elmar Schmitz sowie die Vorstandsmitglieder Markus Müller und Sascha Monschauer - sowie Regionalmarktdirektor Thomas Klassmann und drei weitere Mitarbeiter aufgeboten. "Wir wissen dass das, was wir hier machen, aus Ihrer Sicht nicht richtig ist. Ich weiß um die Befindlichkeiten, aber auch uns fällt der Entschluss nicht leicht. Es gibt auch für mich schönere Dinge zu verkünden. Also machen sie Ihrem Ärger Luft, wir sind nicht empfindlich", sagte Elmar Schmitz.
Dass die Filiale nun geschlossen werde, sei "kein Vermieterproblem gewesen und nicht die Immobilie selbst", weil sie etwa zu alt wäre, erklärte der Bankchef.
Er führte Gründe wie die fortschreitende Digitalisierung, die Überwachung der Bank oder die Unfallverhütung, da der Zugang nicht barrierefrei sei, an. Letztlich habe auch den Ausschlag gegeben, dass 73 Prozent aller Serviceleistungen ohnehin automatisiert seien und 90 Prozent der Kunden ihre Leistungen an den Automaten erledigt hätten. Zudem sei es auch "eine unternehmerische Entscheidung" gewesen. Der Voba gehe es zwar gut, aber es gelte, dass das auch dauerhaft so bleibe und man die Kosten im Griffe haben müsse. Elke Michels, deren Vater Willi Karst die Räumlichkeiten an die Bank vermietet hat und die im selben Gebäude einen Supermarkt betreibt, wiederholte ihre Kritik am Verhalten der Bank. "Man hat uns wirtschaftliche Gründe als Hauptgrund genannt, und dass die Treppe nicht von Vorteil wäre. Auf uns ist niemand zugekommen, ob es einen Umbau oder Renovierungsmaßnahmen geben könnte. Wenn es eine solche Bitte der Voba gegeben hätte, wären wir die letzten dagegen gewesen", sagte sie.
Trotz dieses Einwands machte der Vorstandsvorsitzende deutlich: "An der Entscheidung wird nicht gerüttelt." Gleichzeitig stellte er in Aussicht: "Wir sind zwar weg, aber wir lassen Sie hier nicht hängen." Man suche weiterhin einen neuen Standort für die Automatenbank und sei sicher, einen im Ort zu finden. Er sicherte den Bürgern und Unternehmen zu, dass es eine Geldeinzahlungsmöglichkeit geben werde.
Am Ende zeigte dann der Gemeinderat um Ortsbürgermeister Andreas Daniels noch Flagge. Er beschloss eine Resolution für den Erhalt der Filiale und übergab sie dem Voba-Vorstandschef. HG