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Uesfelder zeigt Mängel am Elztal-Radweg auf. Hauptproblem: Beschilderung

Radfahren : Mängel am Elztal-Radweg: Uersfelder bittet um bessere Beschilderung

Radfahrer Alfred Schuck aus Uersfeld hat eine Liste erstellt, was es am Elztal-Radweg zu beanstanden gibt. Bei einer Testfahrt mit dem TV zeigt er auf, wo es hakt und was man ändern sollte. Die Ortsbürgermeister von Lirstal und Oberelz sind größtenteils seiner Meinung, können ihm aber nicht alles recht machen.

So oft das Wetter und seine Gesundheit es zulassen, ist Alfred Schuck (78) auf dem Elztal-Radweg (siehe Info) unterwegs, seit ein paar Jahren bevorzugt mit seinem E-Bike. Und wenn - wie jetzt in diesen Vorfrühlingstagen - die Strecke wieder stärker frequentiert wird, kommt dem pensionierten Sonderschulrektor auch wieder seine Mängelliste in den Sinn. Zwar habe er sich diesbezüglich bereits vor längerer Zeit in einem Schreiben an die Verbandsgemeinde-Verwaltungen Kelberg und Vordereifel gewandt. „Doch geschehen ist leider noch nichts“, bedauert er. So lädt Schuck unsere Zeitung ein, ihn auf einer Tour auf dem Radweg zu begleiten, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

„Nur eine Kleinigkeit, die sich leicht beheben lässt“, merkt er zur Situation in seinem Heimatort Uersfeld ein. Denn wo man hier auf dem Radweg aus Richtung Gunderath an der „Kaiserlinde“ in der Nähe des Bürgerhauses ankommt, ist der Wegweiser nach Lirstal nicht auf Anhieb zu entdecken.

Den größten Stein des Anstoßes sieht Alfred Schuck in der Situation in Lirstal. „Wie oft habe ich hier schon ratlose Radfahrer angetroffen“, erklärt er am Ortseingang. Dort ist das Hinweisschild „Elztal-Radweg“ auf einen schlecht befahrbaren Grasweg entlang des Spiel- und Grillplatzes und eine kleine, über die Elz führende Brücke gerichtet. Doch selbst wer diese Brücke mit erheblichem Aufwand passieren würde (das Fahrrad müsste die Stufen der Brücke hinauf- und hinuntergetragen werden), stünde dann in einer Wiese. Also nimmt man stattdessen den einzig möglichen Weg, und der führt auf die L96. Was sich beim Einbiegen als recht gefährlich erweist, denn die Autos kommen mit hohem Tempo auf der Gefällstrecke aus Richtung Uersfeld – „mit 100 oder mehr Stundenkilometern“, hat Alfred Schuck schon oft beobachtet. Das Mindeste sei, an der Einfahrt auf die L96 für die Radfahrer ein Stoppschild aufzustellen, meint er. Möchte aber am liebsten, dass der Radweg seine ursprünglich geplante Richtung entlang des Spiel- und Grillplatzes nimmt, über eine neu zu bauende flache Brücke über die Elz und dann an dem Flüsschen entlang ins Dorf geführt wird. „Dort gibt es sogar noch ein Gasthaus, das zumindest am Wochenende geöffnet ist“, weiß er. Wobei eine sanitäre Anlage auf dem stark frequentierten Spiel- und Grillplatz unbedingt vonnöten sei.

Der zweite neuralgische Punkt in Lirstal befindet sich an der Stelle, an der die Radfahrer „eigentlich“ die Hauptstraße überqueren und in die Wiesenstraße einbiegen sollten, um durch ein ruhiges Seitental auf einem gut ausgebauten Weg nach Oberelz zu gelangen. In Ermangelung eines Hinweisschildes bleiben aber die Ortsunkundigen auf der Hauptstraße und radeln die schmale, unübersichtliche, kurvenreiche L96 entlang nach Oberelz. Dort lobt Alfred Schuck die ansprechende Ortsdurchfahrt, den neuen Spiel- und Begegnungsplatz „Im alten Garten“ und das schmuck renovierte „Reutesch Haus“ mit öffentlicher Toilette und Unterstellmöglichkeit für Wanderer und Radfahrer. Nur dort, wo der Radweg am Ortseingang aus Richtung Oberelz auf die L96 trifft, fehlen Schilder, moniert er - sieht man mal von einem nur aus nächster Nähe leserlichen Hinweis auf einem laminierten DIN-A4-Blatt ab.

„Ich bin dankbar für die Anregungen von Herrn Schuck und stehe mit den Ortsbürgermeistern von Lirstal und Oberelz wegen möglicher Korrekturen in Kontakt“, sagt Bürgermeister Johannes Saxler (VG Kelberg) auf TV-Anfrage. Was die Beschilderung angeht, betont der Oberelzer Ortsbürgermeister Albert Grohnert: „An den Ortsgemeinden liegt es nicht. Wir drängen schon lange auf eine vernünftige Beschilderung.“ Dafür sei der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein zuständig. Die Planung sei längst abgeschlossen, den Elztal-Radweg entsprechend der „Hinweise zur wegweisenden und touristischen Beschilderung für den Radverkehr in Rheinland-Pfalz“ (HBR) auszuschildern. „Dies soll nach Auskunft des LBM aber erst erfolgen, wenn die komplette Strecke, also auch das Teilstück auf der Seite des Landkreises Mayen-Koblenz, fertig gestellt ist“, beschreibt Grohnert den Haken an der Sache. Er sagt: „Das wird ja nun bald geschehen.“ Und erklärt noch, dass der oben erwähnte laminierte Wegweiser am Ortseingang von Oberelz als Notbehelf an seinem Drucker entstanden sei.

Was Alfred Schuck zur Wegeführung über die Elz in Lirstal im Sinn habe, entspreche der ursprünglichen Planung des Elztal-Radwegs und sei auch die Wunschplanung der Ortsgemeinde, sagt Ortsbürgermeister Dirk Grombein. „Doch das ist vom Tisch“, erklärt er mit Blick auf die „enormen Kosten“ für den Bau einer geeigneten Stahlbrücke und eines Radwegs durch das Wiesental, bei dem es sich um ein Überschwemmungsgebiet handele. Zudem müsste dann auch noch Grunderwerb getätigt werden. „Wir sind zwar keine arme Gemeinde“, räumt Grombein ein. Aber es stünden im laufenden Jahr Straßenbaumaßnahmen und die Gestaltung eines neuen Dorfplatzes an, und die Bürger sollten nicht über Gebühr belastet werden.

Um ein Stoppschild an der Einfahrt auf die L96 werde er sich umgehend bemühen – „das ist tatsächlich eine sehr gefährliche Stelle“, sagt er. Und er sei auch froh, wenn der Radweg „endlich ordentlich ausgeschildert“ werde.