Üxheim büßt für das Superjahr

Üxheim büßt für das Superjahr

Die hohen Steuereinnahmen im Jahr 2010 bescheren der Großgemeinde Üxheim in diesem Jahr erhöhte Kreis- und Verbandsgemeindeumlagen. Mit Investitionen hält sich die Gemeinde zurück.

Üxheim. Vorteil und Nachteil in einem: Die Steuereinnahmen im "Superjahr 2010" ermöglichten es der Gemeinde, das im vorherigen Jahr 2009 aufgelaufene Minus von 257 000 Euro aufzulösen und für den Haushalt 2011 rund 70 000 Euro zurückzulegen.
"Diese Rücklage ist der Grund, warum wir nicht am Entschuldungsfond des Kreises teilnehmen dürfen", sagt Ortsbürgermeister Alois Reinarz. "Es lässt sich darüber streiten, ob das ein Vor- oder Nachteil ist."
Doch die Rücklage ist inzwischen Makulatur: Kurz vor der öffentlichen Sitzung zum Haushalt 2012 wurde bekannt, dass der Gemeinde eine Gewerbesteuerrückzahlung von rund 100 000 Euro ins Haus steht. "Somit wird der Haushaltsausgleich 2011 nicht gelingen", sagt Reinarz.
Bis November rechnete man in Üxheim noch mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 460 000 Euro.
Zusätzlich steigen die Umlagen, die auf der Basis der hohen Steuereinnahmen im Jahre 2010 berechnet werden: die Kreis- und Verbandsgemeindeumlagen schlagen mit voraussichtlich jeweils 455 000 Euro zu Buche, die Kindergartenumlage erhöht sich auf 66 000 Euro und die Gewerbesteuerumlage steigt auf 78 000 Euro.
Kurz gesagt: "Die Umlagen belaufen sich auf 1 054 000 Euro - die planmäßig veranschlagten Einnahmen auf 1 016 650 Euro", sagt Alois Reinarz. "Das sorgt für ein Minus von 38 000 Euro in der Gemeindekasse."
Große Sprünge kann sich Üxheim im kommenden Jahr nicht leisten. "Und hoffentlich auch keine unerwarteten Ausgaben", sagt Reinarz. Da die Umlagen höher sind als die zu erwartenden Einnahmen, wird 2012 nur das Allernotwendigste erledigt.
"Uns sind einfach die Hände gebunden, und wir können nichts weiter tun, als uns zur Decke zu strecken", sagt der Bürgermeister. Geplant ist lediglich die Nachfinanzierung für den Umbau des Gemeindehauses in Niederehe, die mit 82 700 Euro zu Buche schlägt, und die Breitbanderschließung, die 24 230 Euro kosten wird. "Mitte des Jahres wird das Gemeindehaus fertig", sagt Reinarz, der sich während der Arbeiten an der neuen Gasleitung zwischen Hillesheim und Ahütte (der TV berichtete) für die gleichzeitige Verlegung eines Leerrohres für Glasfaserkabel eingesetzt hatte. "Die Leitung liegt schon, die Kosten für die Anschlussarbeiten sind überschaubar." Schnelles Internet sei für die Gemeinde ein Standortvorteil, der sich in Zukunft bezahlt mache.

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