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Umbau der Teichanlage in Gerolstein-Müllenborn beginnt in den nächsten Wochen.

Infrastruktur : Startschuss am Stausee

Der Umbau der Teichanlage in Gerolstein-Müllenborn beginnt in den nächsten Wochen. Der Bauausschuss hat den Auftrag vergeben.

Dann eben  erst in diesem Jahr: Zwar hat der Stadtrat von Gerolstein bereits Anfang 2017 beschlossen, den Müllenborner Weiher umbauen zu lassen, dann war man in der Bauabteilung des Rathauses Gerolstein zuversichtlich, dass es 2018 was wird, nun aber eben 2019.

Grund für die lange Verzögerung waren unter anderem Abstimmungsprobleme zwischen der Bauabteilung in Gerolstein und der Verwaltung des Kreises Vulkaneifel – denn die forderte letztlich noch ein Naturschutz-Gutachten, womit in Gerolstein niemand gerechnet hatte.

Nun liegt alles vor, und so konnte auch der Bauausschuss der Stadt in seiner jüngsten Sitzung endlich den Auftrag für den Umbau erteilen. Als günstigste von sieben Bieterinnen hat die Firma Backes Bau aus Stadtkyll zum Angebotspreis von knapp 90 000 Euro den Zuschlag erhalten.

Kalkuliert wird mit Gesamtkosten von 110 000 Euro, einem Landeszuschuss von 99 000 Euro, einem Stadtanteil von 11 000 Euro. Bis Ende Mai soll der Umbau laut Ausschreibung bereits abgeschlossen sein, letztlich hängt aber alles davon ab, wann die Baufirma starten kann.

Die Müllenborner, die bereits viel Geduld aufgebracht haben, atmen jedenfalls auf, dass es nun endlich losgeht.

Denn der seit Herbst vergangenen Jahres abgelassene See ist ihnen zwar lieb, stinkt ihnen aber auch gehörig im Sommer – wegen der Schlamm- und Algenbildung. Wie viel Sand und sonstige Sedimente sich abgesetzt haben, ist derzeit eindrucksvoll zu sehen. Am Einlauf des Mühlenbachs ist es eine richtige kleine Sandbank, die sich da aufgetürmt hat. Künftig soll der Mühlenteich sogar ganz durch den See geleitet werden, um mehr Sauerstoff ins Gewässer zu bringen.

Vor den Einlauf wird ein Vorklärbecken gebaut, wo sich ein Großteil der Sedimente absetzen soll, bevor sie in den See gelangen und diesen wieder verschlammen. Das viel leichter zu reinigende Becken soll dann ein Mal im Jahr ausgeschaufelt werden.

Grundsätzlich werden mit dem Umbau mehrere Ziele verfolgt: Erstens soll die ökologische Qualität des Gewässers verbessert werden – vor allem durch den geänderten Zulauf. Zweitens soll der erhebliche Pflegeaufwand dadurch verringert werden, dass die Wasserfläche um knapp ein Drittel verkleinert wird.

Das gewonnene Areal soll aufgeschüttet und die bestehende Fläche somit vergrößert werden. „Sie bietet künftig dann Platz für Veranstaltungen oder einfach den Aufenthalt am Wasser“, sagt Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz. Laut Planer Sebastian Reihsner könnten am Uferbereich auch nachträglich noch Sitzblockstufen angeordnet werden, welche zum Verweilen direkt am Wasser einladen.

„Endlich geht es los“, freut sich Müllenborns Ortsvorsteherin Carola Korell. Das Thema Staussee hat sie seit ihrem Amtsantritt vor nun fast fünf Jahren immer wieder beschäftigt, „und wenn wie beabsichtigt die Arbeiten am 30. Mai tatsächlich beendet sein sollen, fiele das ziemlich genau zusammen mit meinem Abschied aus dem Amt. Und selbst wenn es etwas länger dauert, meine Freude, dass es endlich erledigt ist, wird das nicht trüben.“ Abschied aus dem Amt? „Ja, ich stehe für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung.“