Und wieder wird in der Kirche gezündelt

Gillenfeld · Unbekannte haben in der Pfarrkirche St. Andreas in Gillenfeld erneut Schäden angerichtet. Eine Spur, wer dafür verantwortlich ist, gibt es laut Polizei noch nicht. Auch die Vorfälle im vergangenen Jahr sind noch ungeklärt.

Eine angebrannte Schleife, Aufhebelspuren am Opferstock (Foto oben rechts), Gekritzel auf der Kirchenbank: Erschrocken und verärgert ist Pfarrer Carsten Rupp, weil es wieder Sachbeschädigungen in der Gillenfelder St.- Andreas-Kirche gegeben hat. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling/Foto: privat

Foto: klaus kimmling (e_daun )

Gillenfeld. Blumen und Kerzen liegen auf dem Boden vor dem Altar, eine angekokelte Schleife hängt an einer der Bänke, Brandgeruch liegt in der Luft: ein trauriges Bild, das sich am Dienstagnachmittag in der St.-Andreas-Kirche in Gillenfeld bietet. Und ein Ärgerliches dazu: "Nicht schon wieder", denkt Ortspfarrer Carsten Rupp, denn solche Vorfälle sind ihm aus der jüngsten Vergangenheit leider nur zu bekannt.
Einige Monate war zwar Ruhe, nun sind wieder Schäden in der Kirche angerichtet worden. Aus Gebetsbüchern werden Seiten herausgerissen und angezündet, zwei Schleifen, die wegen einer Hochzeit an den Bänken hingen, in Brand gesetzt. Offenbar gerät den Verursachern der Brand außer Kontrolle, sie löschen ihn mit Cola.
Vieles ähnelt einem Vorfall vom November 2014: Auch damals rissen Unbekannte Seiten aus einem Gebetbuch und zündeten sie an. Außerdem wurden Sitzpolster und der Boden mit Kerzenwachs verunreinigt. "Wer es war, konnte nicht ermittelt werden", sagt der Pfarrer, der seit elf Jahren in Gillenfeld ist.
Bisher ist noch ungeklärt, wer diesmal für die Schäden verantwortlich ist. Einen Hinweis gibt es von einer Zeugin, die am Dienstag zwischen 13 und 15 Uhr, laut Polizei lachende und grölende Jugendliche in der Nähe der Kirche gehört hat.
Auf dem Boden werden Chips gefunden, was an einen Vorfall vom vergangenen Jahr erinnert, als die Küsterin Jugendliche ertappte, die in der Kirche eine Art Picknick mit Chips und Cola und brennenden Kerzen gemacht hatten.
Und als wären die aktuellen Ereignisse nicht schon genug, wurde laut Polizei noch festgestellt, dass am 12./13. Juli versucht wurde, den Opferstock in der Kirche aufzubrechen. Pfarrer Rupp hat den ersten Schrecken verdaut, aber das geht nicht jedem so: "Diese Vorfälle sind eine große nervliche Belastung für unsere Ehrenamtlichen, die sich mit großem Einsatz um die Kirche kümmern." Der Geistliche ärgert sich über "die mangelnde Achtung vor dem Eigentum anderer. Hier kommt hinzu, dass es sich um einen Ort handelt, der vielen Menschen heilig ist." Konsequenzen will er derzeit nicht ziehen: "Die Pfarrkirche ist praktisch den ganzen Tag geöffnet. Daran werden wir auch nichts ändern."
Hinweise nimmt die Polizei in Daun, Telefon 06592/96260, entgegen.