Unerwartete Galgenfrist für die Grundschule Salm

Unerwartete Galgenfrist für die Grundschule Salm

Die Grundschule in Salm wird im Sommer kommenden Jahres geschlossen. Eine Überraschung. Denn die Schule sollte eigentlich schon in diesem Sommer schließen.

Salm. Dass ab 8. August zum letzten Mal eine dritte und eine vierte Klasse in Salm unterrichtet werden, ist unter anderem einer Schulreform geschuldet. Zwar wären es ursprünglich mit 23 Kindern es zu wenige Schüler gewesen, die die Bildungsstätte besucht hätten.
Doch die rot-grüne Landesregierung senkte die Klassengrößen für Grundschulen auf 24 Schüler. Die Schule hat noch ein Jahr Galgenfrist. Für die Salmer ein Glücksfall.
Der niedrigere Klassenteiler und eine Abschlussklasse haben dafür gesorgt, dass die Salmer Dritt- und Viertklässler zumindest noch im kommenden Schuljahr die Schule besuchen können.
Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier erteilte der Ortsgemeinde eine Ausnahmegenehmigung, weil die Behörde die Klassen drei und vier nicht kombinieren wollte. "Die Schüler bereiten sich hier auf die weiterführenden Schulen vor", sagt Miriam Lange, Pressereferentin der ADD, und ergänzt, dass die Behörde deshalb entschieden hat, eine Abschlussklasse mit acht Kindern zu genehmigen.
So unterrichten derzeit sechs Lehrer die vier Klassen der Grundschule Salm-Wallenborn, die 47 Kinder besuchen. Die dritte Klasse ist mit 15 Schülern die stärkste. 14 Kinder besuchen die erste und zehn die zweite.
"Uns liegt noch kein Antrag zur Schließung der Schule in Salm vor", sagt die Pressesprecherin der ADD.
Die Salmer Kinder sollen ab August kommenden Jahres die Grundschule in Wallenborn besuchen, sagt Arnold Schneider, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Daun. Was mit dem Schulgebäude geschehen soll, ist noch unklar.
Für Ortsbürgermeister Paul Hoffmann ist die Situation schwierig zu beurteilen. "Wir haben schon vieles verloren: die Post, die Bank, den Tante-Emma-Laden. Natürlich ist es traurig, wenn die Schule geschlossen wird. Aber wir wissen nicht, was kommt und auch nicht, was wir mit dem Gebäude machen sollen", sagt er.
Auch angesichts des verschuldeten Haushalts ist Hoffmann nicht wohl bei dem Gedanken an ein leerstehendes Schulhaus. Dennoch hat die Gemeinde nun mehr Zeit und Möglichkeiten, darüber nachzudenken, was mit dem Schulhaus geschehen soll. Denn sie hat ein Jahr Aufschub bekommen.
Die Schullandschaft im Kreis Vulkaneifel verändert sich zum Schuljahr 2011/2012 vor allem in der Verbandsgemeinde (VG) Daun. Der Schulstandort Niederstadtfeld ist zum Ende des Schuljahrs 2010/2011 geschlossen worden. Damit gibt es zwei Schulen weniger: die Grundschule und die Hauptschule. Die Grundschüler werden künftig in Üdersdorf unterrichtet, die Hauptschüler verteilen sich auf mehrere Schulen, darunter die Realschule plus in Manderscheid. Aufgelöst worden sind auch die Hauptschule (in Trägerschaft der VG Daun) und die Leopold-von-Daun-Realschule Daun (in Trägerschaft des Kreises). Sie haben zur neuen Realschule plus Daun fusioniert, die am Montag mit knapp 800 Schülern an den Start gehen wird. Bei der Realschule plus allein soll es nicht bleiben. 2012 kann der Kreis als Träger dieser Schule plus einen Antrag auf Angliederung einer Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Gesundheit stellen. Sollte das genehmigt werden, kann in Daun ab 2013 eine berufsorientierte Alternative zur allgemeinen Hochschulreife geboten werden. sts

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