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Unkraut zupfen für den Frieden

Unkraut zupfen für den Frieden

Acht Mitglieder der Fallschirmjägergemeinschaft Fritz Walter Zweibrücken und zwölf aktive Bundeswehrsoldaten der Luftlandeaufklärungskompanie 260 Lebach haben im Zusammenwirken mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier im Rahmen eines Friedenscamps umfangreiche Pflege- und Instandsetzungsarbeiten auf dem Gerolsteiner Ehrenfriedhof erledigt.

Gerolstein. Wo bis vor kurzem überalterte, mit Unkraut durchsetzte Heideflächen das Bild prägten, ist jetzt die Erde für eine Neubepflanzung vorbereitet. Die Krone der Bruchsteinmauer ist neu verfugt, die Kreuzgruppen und die Namenstafeln der Gefallenen sind gereinigt worden. Lose Gehwegplatten gehören nun wieder der Vergangenheit an.
Was der städtische Bauhof auf keinen Fall in diesem kurzen Zeitraum hätte leisten können, habe diese Truppe ehrenamtlich und mit Bravour bewältigt, erklärte Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz bei der Gedenkveranstaltung mit den 20 Teilnehmern des Friedenscamps und etwa drei Dutzend Gästen. "Entscheidend ist, dass wir die Toten der Kriege nicht vergessen", betonte Bongartz.
390 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges haben auf dem Ehrenfriedhof Gerolstein ihre letzte Ruhe gefunden. "Die Stadt Gerolstein kümmert sich darum, und sie muss sich kümmern", sagte die ADD-Vizepräsidentin Begona Hermann mit Blick auf das so genannte Gräbergesetz (siehe Extra). Die Gräber seien Mahnmale des Friedens - "und Frieden darf nicht verjähren", appellierte die Vizepräsidentin. Arbeitscamps wie dieses seien eine der besten Möglichkeiten, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. "Der Pflegestau ist aufgelöst, der Grundstein für die Neubepflanzung ist gelegt, die Unterstützung der Stadt Gerolstein war vorbildlich", lobte Begona Hermann bei der Gedenkveranstaltung, die fester Bestandteil jedes Arbeitseinsatzes ist. Daran wirkten die Reservisten und aktiven Soldaten mit Gedichten, Gebeten und Aussagen zu ihrer persönlichen Motivation mit.
Das Friedens- und Arbeitsprojekt in Gerolstein war das siebte, das der ADD-Referatsleiter Raimund Schneider mit der Fallschirmjägergemeinschaft Fritz Walter Zweibrücken - jeweils unterstützt von aktiven Soldaten - organisierte. Unter der Leitung von Hauptmann a. D. Peter Kurz (Zweibrücken) waren die Arbeiten im Vorfeld in Absprache mit der Stadt Gerolstein festgelegt und nun an fünf Tagen in die Tat umgesetzt worden. "Unterkunft, Verpflegung, Zusammenarbeit, Gastfreundschaft - alles bestens", sagte Kurz dem Trierischen Volksfreund. bbExtra

Nach dem "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" (Gräbergesetz) besteht für die anerkannten Kriegstoten ein dauerndes Ruherecht, für die die Träger der Kriegsgräberstätten eine jährliche Pflegepauschale durch die Bundesrepublik Deutschland erhalten. Im Jahr 1952 waren die inländischen Kriegsgräberstätten in die Obhut der jeweiligen Gemeinden gestellt worden. Für die rund 800 Kriegsgräberstätten in Rheinland-Pfalz - vom Einzelgrab bis zum Ehrenfriedhof mit über 2000 Gräbern - ist die ADD Trier zuständig. bb