1. Region
  2. Vulkaneifel

Unsichere Zeiten in der Eifel

Unsichere Zeiten in der Eifel

Ein Altar-Aufsatz und die damals baufällige Hillesheimer Stadtmauer zeugen noch heute von den Wirren der Jahrhundertwende des 16. und 17. Jahrhunderts in der Eifel.

Hillesheim. (fs) Mitten im niederländisch-spanischen Krieg, Ende des 16. Jahrhunderts, Anfang des 17. Jahrhunderts, haben viele Freibeuterhorden die Eifel durchstreift.

In diesen unsicheren Zeiten starb am 21. November 1607 die Frau des kurtrierischen Kellners Matthias Dechler zu Hillesheim. Zwei Jahre später, im Jahre 1609, ließ der Burgverwalter für sich und seine verstorbene Ehefrau Anna Broy einen Altar-Aufsatz fertigen. Das Bauwerk zeugt noch heute von der damaligen Zeit. In zierlicher Flachbogen-Achitektur zeigt er eine Verkündigungs-Szene.

Darüber, in einem halbrunden Aufsatz, ist die Familie des Stifters zu Füßen einer schwebenden Madonna zu sehen. Die Sockel-Inschrift aus dem Jahr 1609 ist von beiden Seiten mit Engelchen und dem Stifterwappen eingefasst. Matthias Dechler ordnete ein stetes Jahrgedächtnis auf seine Kosten an.

Im selben Jahr einigten sich die kriegerischen Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand in Antwerpen, der nach zwölf Jahren erneut aufflammte und insgesamt 80 Jahre (1568 bis 1648) dauern sollte.

Keplers Gesetze und Galileos Fernrohr



Was in der Welt 1609 noch geschah: In Straßburg und Wolfenbüttel erschienen die ersten regelmäßigen Wochenzeitungen. Johannes Kepler veröffentlichte die nach ihm benannten Gesetze über die Umlaufbahn der Planeten.

Galileo Galilei baute ein astronomisches Fernrohr. In Hillesheim und anderen Orten waren die Stadtmauern an etlichen Stellen sehr baufällig, wie Dokumente beweisen.

Nach 400 Jahren zeugt die restaurierte Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert heute noch von einer bewegten Geschichte mit Kriegen, Hungersnöten und Überlebenswille.