Unsichere Zeiten

Man weiß gar nicht mehr, was man noch glauben soll", hat Walburga dieser Tage geklagt. Zuerst würden die Schalkenmehrener den Daunern die Maare abspenstig machen und dafür die Dauner den Nerothern ihren berühmten Kopf wegnehmen.

Wenn das so weiter gehe, gehöre womöglich das Mausefallenmuseum bald zu Pelm, was wiederum in Kürze zum zehnten Gerolsteiner Stadtteil ausgerufen werde, meinte sie. "Mal gaaaanz ruhig und der Reihe nach", habe ich da zu ihr gesagt. Mit den Maaren ist es nämlich ganz einfach: Das eine gehört zu Schalkenmehren (wie es der Name schon sagt), das andere zu Daun (Gemündener Maar), und bei dem dazwischen ist es egal, weil man darin ohnehin nicht baden darf. Mit dem Nerother Kopf ist es so: Der gehört selbstverständlich zu Neroth, oder heißt er etwa Dauner Kopf? Nee. Und selbst wenn er Neukirchener Kopf hieße, hätten die Dauner die Finger davon zu lassen. Sonst juckt sie ja auch kaum, was in den Dörfern - pardon Stadtteilen - so vor sich geht. Unter uns: Ich persönlich glaube ja, dass da gewiefte Stadtväter, Wandergesellen und Hobby-Historiker aus der Kreisstadt gemeinsam vorgegangen sind und Grenzsteine versetzt sowie Urkunden "überarbeitet" haben. Habe nur leider keine Beweise. Aber eine ganz starke Vermutung: Denen stinkt es so gewaltig, dass es bald keinen Landkreis Daun mehr gibt, dass sie meinen, den Verlust nun durch andere Annektionen ausgleichen zu müssen. Aber so geht's nicht. Das lasst auch euch sagen, liebe Gerolsteiner. Denn sonst wird bald wirklich von der Kasselburg auf die Löwenburg geschossen, glaubt

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