TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ Unter den Augen des Greifen: Die Römervilla von Duppach

Duppach · Unter den Augen des Greifen: Die Römervilla von Duppach

 Geschichte ganz nah: die Römervilla Duppach.

Geschichte ganz nah: die Römervilla Duppach.

Foto: tv/Angelika Koch

(ako) Hoch oben tiriliert eine Lerche im Sommerhimmel, der Wind bringt Bewegung in grünes Gras und gelben Löwenzahn, der Rundumblick offenbart Weite bis an ferne Waldränder und einen winzigen Weiler, der sich in eine Senke kuschelt. Hier haben sich schon die Römer wohlgefühlt.

Bereits im frühen 20. Jahrhundert stießen die Bauern von Duppach beim Pflügen nahe eines Weiermühle genannten Ortsteils immer wieder  auf behauenen roten Buntsandstein: Köpfe eines Jünglings, eines Ebers, eines Löwen, mit stilisierten Blüten verzierte Fragmente und mehr. Praktisch veranlagt, wie die Eifeler sind, wurden manche Funde sogar ins eigene Heim verbaut. 1980 dann fanden Archäologen mit einer Portion Glück auf dem Feld so viele Scherben und behauene Steine, dass klar war: Hier lohnt es sich, zu graben.

Ab 2002 wurden die Reste einer römischen Villenanlage zutage gefördert. Wieder auferstanden ist ein kleiner Kräutergarten mit allem, was die römische Küche würzte, ein mit antiken Techniken erfolgter Nachbau eines Speichergebäudes, eine Trockenmauer, eine Exedra (ein römischer Sitzkreis) und die Replik eines martialisch dreinschauenden Greifenkopfes.

Das Zeitfenster tut sich auf in eine fast 2000 Jahre zurückliegende Vergangenheit. Hier, inmitten von Wiesen und Feldern, spüren heutige Besucher ein Stück vom Alltag der mediterranen Vorfahren. Innehalten

und ahnen, dass Glück auch etwas ganz Bodenständiges sein kann, für

das man hart „ackert“.

Aber ob die damaligen Siedler wussten, dass sie buchstäblich auf einem Vulkan tanzten? Vielleicht, denn nicht weit von der Villa entfernt gibt es einen Sauerbrunnen, dessen heraussprudelndes Mineralwasser besonders eisen- und CO2-haltig ist.

Auch das nördlichste Eifelmaar, das Eichholzmaar, liegt gleich um die Ecke. Es war einst trockengelegt und wurde 2007/2008 renaturiert, sehr zur Freude der seltenen Wasservögel und Reptilien, die sich schon bald wieder einfanden.

Römervilla Duppach, Anfahrt über Hillesheimer Straße (GPS 50.26585, 6.57691); www.archaeologie-duppach.de
Das Grabungsgelände kann jederzeit besucht werden. An einem Infopunkt gibt es wichtige Hinweise für Besucher.

Diesre Text stammt aus: „Glücksorte in der Eifel“, Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro.