Untreue-Vorwurf eingeräumt

Untreue-Vorwurf eingeräumt

Seit November 2006 besteht gegen Klaus Jansen, Leiter des Fachbereiches Lebensgrundlagen und Bauen im Gerolsteiner Rathaus, ein Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue. Mittlerweile hat der Beamte den Vorwurf eingeräumt. Die Geldstrafe von 6300 Euro soll reduziert werden.

Gerolstein. Der Untreue-Fall im Gerolsteiner Rathaus beschäftigt die Gerichte seit Jahren (TV berichtete mehrmals). Ex-Bürgermeister Adolf Rodermann zahlte die geforderte Geldstrafe von 9000 Euro wegen Veruntreuung von Steuergeldern. Zwei ehemalige Amtsleiter, denen auch Beihilfe zur Untreue vorgeworfen wurde, zogen durch die Instanzen. Beim ehemaligen Leiter des Ordnungsamtes war sein Salär als Geschäftsführer der Volkshochschule unrechtmäßig erhöht worden. Beim ehemaligen Leiter des Sozialamtes wurden unrechtmäßig Überstunden vergütet. Jansen, der damals Büroleiter war, soll "die meisten Verhandlungsgespräche darüber geführt haben", wie Rodermann im Zeugenstand behauptete. Deshalb erhielt Jansen den Strafbefehl (TV berichtete am 4. Juni 2007). Er legte zunächst Einspruch ein, was einen öffentlichen Prozess zur Folge gehabt hätte. Später reduzierte er den Einspruch auf das Strafmaß. Damit ist die öffentliche Verhandlung aus der Welt. Festsetzen, beschweren, aufheben

Am 23. November 2007 setzte Hans Schrot, Vorsitzender Richter am Dauner Amtsgericht, ein neues Strafmaß fest. Dagegen legte Jansen am 13. Dezember Beschwerde ein. Am 9. Januar hob das Landgericht Trier Schrots Entscheidung auf. "Aus formalen Gründen", erklärt Norbert Kreten, Direktor des Amtsgerichts. Nur die Änderung der Tagessätze sei nicht zulässig. Am 3. März lag die Akte dann erneut in Daun zur Entscheidung. Gerade als Schrot das neue Strafmaß festsetzen wollte, gab Jansen "eine ergänzende Erklärung" ab. Richter Schrot: "Näheres kann ich wegen des laufenden Verfahrens nicht dazu sagen." Auch Jansen lehnt auf TV-Anfrage jegliche Stellungnahme ab. Am 7. März schickte Schrot die Akte an die Trierer Staatsanwaltschaft.

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