Denkmalschutz: Uriges Haus und äußerst beliebtes Fotomotiv

Denkmalschutz : Uriges Haus und äußerst beliebtes Fotomotiv

Das vermutlich vor 1794 gebaute „Kellersch-Berns-Haus“ in Schalkenmehren hat eine wechselhafte Geschichte und schon viele Besitzer erlebt.

(bs) Wer in Schalkenmehren die Straße „Zur Sternwarte“ einschlägt, stößt auf zwei Fachwerkhäuser. Eines dieser Gebäude ist das Kellersch-Berns-Haus, das eine lange Geschichte erzählen kann. Von Restaurierung und mehreren Eigentümern, die Veränderungen an dem historischen Bau vornahmen, ohne ihn zu „verletzen“. Das Haus trägt die alten Schalkenmehrener Familiennamen Kellersch und Berns.

„Es ist zu vermuten, dass es vor 1794 erbaut wurde, aber bis zur Familie Berns ist die Hausgeschichte  nicht bekannt“, sagt Ortsbürgermeister Peter Hartogh. Matthias Josef Berns war bis 1983 Mitglied der Heimweberei-Genossenschaft Schalkenmehren. Er arbeitete an einem Webstuhl im ehemaligen Hühnerstall. Als die Viehwirtschaft für ihn endete, wurde in den Stall ein zweiter Webstuhl gestellt. Es existieren noch Fotos vor 1979, die zeigen, dass das Fachwerk komplett weiß überputzt war.

1979 kaufte Bauunternehmer Hans Gassen das Haus. Sein Hobby war es, alte Häuser zu kaufen, um sie für die Nachwelt zu erhalten und bewohnbar zu machen. Beim „Kellersch-Berns-Haus“ wurde der Außenputz entfernt und das Fachwerk freigelegt. Die Scheune wurde abgerissen, die begehrten Eichenbalken wurden verkauft. 1980 erwarb das Ehepaar Großer das nun wieder erkennbare Fachwerkhaus. Es wurden wieder Veränderungen vorgenommen, so dass große Nutzräume entstanden. 1986 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. 1993 kaufte die Familie Jury aus Großbritannien den Bau. Das Dach wurde mit Naturschiefer neu eingedeckt. Die Fassade erhielt einen neuen, einfachen weißen Anstrich und ist seither mit dem hervorgeholten Holzfachwerk ein gutes Fotomotiv.

Und wie steht es 2019 mit diesem besonderen, geschichtsträchtigen Gebäude ? Das Anwesen wird heute als Ferienhaus angeboten, bietet auf etwa 125 Quadratmetern bis zu fünf Personen Platz. Das Ehepaar Thomas Kaminski und Gabi Tcotschig hat das Haus 2014 gekauft. „Unsere drei Kinder hatten sich sofort in das Haus verliebt und uns zum Kauf überredet“, sagt Familie Kaminski-Tcotschig. Die Räume sind mit Antiquitäten ausgestattet worden, und Gabi Tcotschig sagt. „Erst kürzlich habe ich einen passenden Bauernschrank von 1800 aufgestellt. Es ist ein wahres Erlebnis, in dem urigen Haus zu wohnen!“

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