Urlaub für alle ohne Hindernisse

Urlaub für alle ohne Hindernisse

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke hat fünf Regionen als Sieger des landesweiten Wettbewerbs "Tourismus für Alle" ausgezeichnet. Der erfolgreiche Beitrag "Vulkaneifel: Naturerlebnis für alle" ist unter Federführung des Natur- und Geoparks Vulkaneifel entstanden.

Daun/Gerolstein. Manchmal ist es - vermeintlich - nur eine Kleinigkeit: Wenn zum Beispiel eine Rampe fehlt, was es älteren oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen nur schwer oder gar nicht möglich macht, einen Aussichtspunkt zu erreichen. Auf einigen Feldern ist durchaus noch Luft nach oben, die Vulkaneifel attraktiver zu machen für diese Zielgruppe, denn auf diese Gäste will man auch hier in der Region nicht verzichten.
Die Vulkaneifel hat sich am landesweiten Wettbewerb "Tourismus für Alle" zur Entwicklung von barrierefreien Modellregionen beteiligt. "Als dazu aufgerufen wurde, teilzunehmen, waren sich die Bürgermeister und der Landrat schnell einig: Da machen wir mit. Gemeinsam mit den Touristikern und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Vulkaneifel ist dann der Wettbewerbsbeitrag erarbeitet worden", berichtet Andreas Schüller, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Vulkaneifel (siehe Extra).
Und das Mitmachen hat sich gelohnt: In dieser Woche ist der Beitrag, entstanden unter Federführung des Natur- und Geoparks, von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) ausgezeichnet worden. "Urlauber, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sind eine wichtige Zielgruppe im Tourismus-Sektor. Insbesondere Senioren reisen viel und gerne und bevorzugt innerhalb Deutschlands. Und natürlich kommen barrierefreie Angebote vielen Menschen zugute: Eltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, freuen sich genauso darüber wie in ihrer Aktivität eingeschränkte Personen", sagte sie bei der Preisverleihung in Mainz. Neben der Vulkaneifel waren die Regionen Ahrtal, Landkreis Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße, Pfälzer Bergland sowie Südliche Weinstraße erfolgreich.
Die Siegerregionen haben nun die Möglichkeit, für ihre Konzepte Geld aus einem europäischen Fördertopf für regionale Entwicklung zu beantragen. Und das nicht nur für öffentliche touristische Infrastruktur-Projekte, sondern auch für Investitionsvorhaben in Beherbergungs-, Gastronomie- und Campingbetrieben. "Vor diesem Hintergrund freut es uns umso mehr, dass wir erfolgreich waren mit unserem Beitrag. Denn so können wir beispielsweise Hotels unterstützen, in denen es noch keine Rampen oder Aufzüge gibt", sagt Schüller. Bei der Bestandsaufnahme sei festgestellt worden, dass es bereits barrierefreie Angebote gibt, deren Vernetzung aber noch Defizite aufweise. "Deshalb war unser Ansatz: Die vorhandenen Angebote bündeln, die Akteure zusammenbringen und die Lücken in der touristischen Servicekette schließen."
Dazu gehört, dass in jeder Touristinformation ein Mitarbeiter geschult wird, um in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen beraten zu können. Zudem könnten die anstehenden Umbauten der Bahnhöfe in Jünkerath und Gerolstein genutzt werden, künftig mehr Service für diese Zielgruppe zu bieten.
An sie wird auch bei in Erwägung gezogenen Projekten gedacht. Dazu gehören die angedachte Umgestaltung des Kurparks in Stadtkyll, die Barrierereduzierung der Geschichtsstraße in der Verbandsgemeinde Kelberg oder die Öffnung eines Römerstollens in Ulmen.
Um all das umsetzen zu können, soll sich künftig ein Lotse um das barrierefreie Reisen in der Vulkaneifel kümmern.Extra

Der Natur- und Geopark Vulkaneifel umfasst ein Gebiet von Ormont an der belgischen Grenze und Bad Bertrich nahe der Mosel in den Landkreisen Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich (Gebiet der früheren Verbandsgemeinde Manderscheid) und Cochem-Zell (Verbandsgemeinde Ulmen). Der Naturpark wurde am 31. Mai 2010 eingeweiht. sts

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